Montag, 28. Oktober 2013

Pyro-Debatte: Lösung kann nur "Selbstreinigung" heißen!

Die skandalösen Vorfälle des vergangenen Wochenendes in Dresden und vor allem beim Revierderby zwischen Schalke und Dortmund führten erwartungsgemäß zu massenhaften und bundesweiten Reaktionen in Medien und Fan-Foren. In beiden Stadien kam es zu Pyro-Attacken einiger weniger sogenannter Fans in Richtung gegnerische Blöcke. In Schalke wurde sogar BVB-Kapitän Roman Weidenfeller beim Beschwichtigungsversuch von "Fans" aus dem eigenen Block beschossen. Markus´ BVB-Blog hat sich dem Thema angenommen und kommentiert nachfolgend insbesondere die Vorfälle von Gelsenkirchen und bietet einen Lösungsansatz.

Das Abbrennen von Pyro-Technik (durch Kriminelle unter dem Deckmantel "Fußball-Fan) in deutschen Fußball-Stadien muß man von verschiedenen Seiten aus beleuchten. Einerseits sind die durch das Abbrennen von Pyro entstehenden Rauchschwaden und rot leuchtenden Farbenspiele stimmungsvolle Bereicherungen für jedes Fußballspiel und gehören für die meisten Fans gar zum Stadionerlebnis und zu "guter Stimmung" dazu. Andererseits sind sie mit bis zu 1.600 Grad Hitze eine Gefahr für Leib und Seele jedes sich im direkten Umfeld befindenden Menschen. Wird Pyro in Form von Leuchtraketen dann noch dazu benutzt, mit ihnen gezielt auf gegnerische Fans in deren Blöcken (oder gar die eigenen Spieler) zu schießen, werden die "Stimmungsmacher" zu gefährlichen Waffen.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
DER BVB-WOCHENRÜCKBLICK AUSNAHMSWEISE ERST AM     D I E N S T A G
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Da der Missbrauch von Pyrotechnik als "Waffe" nie zu 100 % ausgeschlossen werden kann, herrscht mittlerweile ein bundesweites Verbot in allen Fußball-Stadien. Trotzdem - oder gerade deswegen - scheint dies gleichermaßen Motivation und Antrieb für einige wenige Idioten und Kriminelle zu sein, die große und medienwirksame Bühne "Fußball" für ihre kriminellen Taten zu nutzen. Sie bringen den eigenen Verein und Fußball-Fans im allgemeinen nicht nur in Verruf, sondern schaden auch dem Ansehen des gesamten Fußballs. Da der Fantasie dieser Kriminellen, Pyro ins Stadion zu schmuggeln, scheinbar keine Grenzen gesetzt sind, reichen weder Einlass- noch Polizeikontrollen aus, Herr der Lage zu werden. Mit der Beantwortung der Frage, wie man diesem Wahnsinn ein Ende bereiten kann, sind jedoch scheinbar sowohl Polizei als auch Vereine und Ordnungskräfte vor Ort überfordert. Die einzige Lösung zur Einschränkung von Pyro auf ein Minimum oder besser noch zur völligen Verbannung aus allen Fan-Blöcken der Republik kann daher nur "Selbstreinigung" lauten.

Da es sich nur um wenige einzelne "Fans" handelt, die Pyro zum Zwecke von Randale und Vandalismus missbrauchen, muß in der großen Masse der ECHTEN Fans Widerstand gegen diese Kriminellen entstehen. Regt sich dieser und werden die Randalierer innerhalb der jeweiligen Fan-Szene zu Außenseitern, wird deren Motivation zu weiteren Schwachsinns-Taten wie beim Revierderby auf ein Minimum reduziert werden. Ein solcher Selbstreinigungsprozeß unter den Fans erscheint als die einzige wirklich wirksame und auch durchführbare Maßnahme zur Beseitigung von Pyro-Missbrauch in unseren Stadien.

Darum ein Appell an alle ECHTEN Fans nicht nur des BVB: achtet auf die "schwarzen Schafe" in den eigenen Reihen und zeigt gegenüber denen, die unseren Sport, unseren Verein und den gesamten Fußball durch kriminelle Aktionen in Verruf bringen und schaden, Zivilcourage und Rückgrat. Ansonsten wird bald endgültig Schluß sein mit der von uns allen so geliebten Stehplatz-Kultur in deutschen Fußball-Stadien. Man stelle sich unser Westfalenstadion ohne die großartige und friedliche Südtribünen-Atmosphäre vor. Ein Albtraum, den man besser nie erleben möchte.

Mehr vom aktuellen BVB-Geschehen auch in meiner reviersport-Kolumne
http://www.reviersport.de/fankurve/markus-bvb-blog.html