Mittwoch, 9. Oktober 2013

BVB liegt voll im Soll!

Das erste Viertel der Saison ist absolviert. Zwölf Pflichtspiele hat Borussia Dortmund bestritten - und ist in allen Wettbewerben "voll im Soll". Ein erstes Zwischenfazit fällt also absolut positiv aus. Die momentane Länderspielpause bietet sich geradezu an, die bisherigen Ereignisse der noch jungen Saison Revue passieren zu lassen. Markus` BVB-Blog gibt einen Überblick über den Stand der Dinge und wagt einen schwattgelben Ausblick.

Schon vor dem offiziellen Saisonstart gewannen unsere Schwattgelben den ersten Titel der Saison. Im Westfalenstadion wurde der FC Bayern München mit 4:2 überrollt. Der damit verbundene Gewinn des nationalen Supercups war gleichzeitig eine kleine Revanche für das verlorene CL-Finale von London einige Wochen zuvor.
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In der Bundesliga legte der BVB einen Traumstart hin. Genauer gesagt verbuchte er einen vereinseigenen Startrekord. Noch nie gelang es einer Dortmunder Mannschaft, aus den ersten sieben Saisonspielen 19 Punkte zu ergattern. Sechs Siegen stand ein Remis beim 1.FC Nürnberg gegenüber. Zwar sorgte die 0:2-Niederlage in Mönchengladbach für einen kleinen Dämpfer und für den Verlust der Tabellenführung, dennoch konnten unsere Jungs im Borussen-Duell überzeugen und boten phasenweise Fußball aus dem Lehrbuch. Jürgen Klopp brachte es denn anschließend auf den Punkt, als er wohl vor allem bezüglich der mangelhaften Chancenverwertung schlußfolgerte: "Wenn die Niederlage nicht mehr so weh tut wie unmittelbar nach dem Spiel, werden wir auch aus diesem Spiel unsere positiven Schlüsse ziehen."

Kann bisher durchaus zufrieden sein: Jürgen Klopp
In sechs der anderen sieben Spiele begeisterte der BVB seine und auch neutrale Fußball-Fans mit Tempofußball und Brutalo-Pressing. Einzige Ausnahme war die Partie beim 1.FC Nürnberg, in der die Schwattgelben beim 1:1 nicht an ihr Leistungslimit kamen. Umso gewaltiger und beeindruckender die Kantersiege gegen den HSV (6:2) und den SC Freiburg (5:0) sowie der 4:0-Auftakterfolg beim FC Augsburg. Eine andere und neue Seite zeigten die Klopp-Jungs bei den knappen "Dreiern" gegen Werder Bremen (1:0) und Eintracht Braunschweig (2:1). Gegen die beiden Nordklubs sahen sich die Schwattgelben extrem defensiv agierenden Gegner gegenüber. Beim 2:1-Sieg in Frankfurt war Dortmund der glückliche, aber nicht unverdiente Sieger. Verlor man in der Vorsaison gegen solch "eklige" Gegner oft den Gedulds- und auch den Spielfaden, so zog Borussia diesmal ihr Spiel souverän und geduldig durch, ohne den Kopf zu verlieren und die Defensive zu vernachlässigen. Und wurde in beiden Spielen in Form von späten Toren belohnt. Eine klarer Fortschritt im Entwicklungsprozeß der Schwattgelben, denn genau in solch engen Spielen ließ man im Vorjahr wichtige Punkte liegen.
Nach acht Spieltagen stellt Borussia Dortmund mit 21:7 Toren den besten Angriff der Bundesliga und liegt mit 19 Punkten auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle. Mit nur einem Punkt Rückstand auf die Alpenjodler aus dem Süden. Im Vorjahr betrug der Rückstand nach acht Spielen bereits 12 (!!!!!) Punkte!

Auf ihn ist immer Verlaß: Kevin Großkreutz
Im DFB-Pokal bescherte die Losfee dem BVB zwei Auswärtsspiele. In Runde eins gelang ein mühsamer aber letztlich deutlicher 3:0-Sieg beim Regionalligisten SV Wilhelmshaven. In Runde zwei traf Borussia in der Münchner Allianz-Arena auf den Zweitligisten 1860 München und konnte sich nach Verlängerung mit 2:0 durchsetzen. Das Ergebnis entsprach keinesfalls dem Spielverlauf, denn bereits zur Halbzeit hätte der BVB alles klar machen müssen. Der Spielverlauf glich einem Belagerungszustand des "Löwen"-Strafraums. Wie dem auch sei - Ende gut, alles gut. Borussia Dortmund steht im Achtelfinale des nationalen Pokalwettbewerbs und hat dort gute Chancen, das Viertelfinale zu erreichen. Denn der Gegner heißt 1.FC Saarbrücken, seines Zeichens Drittligist im unteren Tabellendrittel. Sollte der BVB dieses Spiel gewohnt seriös und konzentriert angehen, kann der Sieger im Ludwigspark nur Borussia Dortmund heißen.

Die Champions League begann für die Schwattgelben mit viel Frust. Das erste Gruppenspiel beim SSC Neapel verloren die Borussen mit 1:2. Von Beginn an stand das Spiel am Fuße des Vesuvs unter keinem guten Stern für den BVB. Die Dortmunder mußten nicht nur den Verlust der drei Punkte beklagen, sondern verloren auch Torhüter Roman Weidenfeller kurz vor der Halbzeit durch Platzverweis. Für Jürgen Klopp wurde das Spiel in Napoli nachträglich zu einem Spießrutenlauf. Borussias Coach wurde auf die Tribüne verwiesen, weil er sich mit wutverzerrtem Gesicht und aggressiver Körpersprache mit dem vierten Offiziellen angelegt hatte. Der Ausraster Klopps zog ein Riesen-Medien-Echo nach sich, bei dem Dortmunds Trainer heftig und teilweise auch unter der Gürtellinie attackiert wurde. Die UEFA sperrte Klopp für die beiden CL-Spiele gegen Marseille und bei Arsenal London.

Die Ereignisse vom Neapel hier auch als Video:



Am zweiten Spieltag präsentierte sich der BVB in gewohnter Form. Im Heimspiel gegen Olympique Marseille boten die Schwattgelben eine Gala-Vorstellung und dominierten die Gäste aus Frankreich fast über die kompletten neunzig Minuten. Großkreutz, Reus und Lewandowski ragten dabei aus einer beeindruckend guten Mannschaft heraus und boten eine Weltklasse-Leistung. Mit 3:0 wurde Marseille aus dem Westfalenstadion gefegt. Der deutliche Sieg war gleichzeitig Teil eins der Revanche für die Saison 2011/2012, als Dortmund beide Gruppenspiele gegen Marseille verlor.
Vor dem Doppel-Duell mit Arsenal London rangiert Borussia in der CL-Gruppe F mit drei Punkten auf Rang zwei hinter dem kommenden Gegner von der Insel.

Eine der bisherigen Entdeckungen: Erik Durm
Die bisher erfolgreich verlaufene Saison ist eigentlich nicht positiv genug zu bewerten, wenn man berücksichtigt, daß der BVB von Beginn an mit großen Personalproblemen zu kämpfen hatte. Fast wöchentlich verletzten sich ein oder gleich mehrere Spieler und zwangen Jürgen Klopp, der zunächst mit sanfter Rotation begonnen hatte, mehrmals zu drastischen Änderungen in der Startformation. Positive Erkenntnis: der zunächst als nicht breit genug angesehene Kader der Schwattgelben bietet mit den Neuzugängen Sokratis, Aubameyang und Mkhitaryan sowie den Nachwuchsspielern Durm, Hofmann und Ducksch hervorragende Alternativen. Von Mario Götze spricht beim BVB kaum noch jemand. Dadurch gelang des dem BVB bisher, die Ausfälle solcher Hochkaräter wie Piszczek, Gündogan, Schmelzer oder Kehl sogar über einen längeren Zeitraum zu kompensieren.

Die neuerliche Verletzungsflut stellt sowohl den BVB-Kader als auch Jürgen Klopp vor eine große Herausforderung. Momentan stehen neun Akteure auf dem Ausfall-Zettel der Dortmunder. Eine solche Flut an Ausfällen kann der breiteste Bundesliga-Kader auf Dauer nicht verkraften. Somit bleibt nur zu hoffen, daß sich das Lazarett bald lichtet - sonst könnten die großen Ambitionen des BVB, besonders in der Champions League, frühzeitig zerstört werden. Aber sind wir positiv: unsere Jungs in der medizinischen Abteilung werden alles daran setzen, die derzeit verletzten schwattgelben Helden schnellstmöglich wieder "spieltauglich" zu machen. In jedem Falle aber bleibt eins immer bestehen: NUR DER BVB!

Mehr vom aktuellen BVB-Geschehen auch in meiner reviersport-Kolumne
http://www.reviersport.de/fankurve/markus-bvb-blog.html