Samstag, 1. März 2014

3:0 - "Lewy" und "Miki" überragen bei Hummels-Comeback

Mit einem hochverdienten 3:0-Erfolg über den 1.FC Nürnberg eroberte sich Borussia Dortmund am Nachmittag vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion den zweiten Platz in der Fußball-Bundesliga zurück. Noch erfreulicher aus schwattgelber Sicht war jedoch der Auftritt von Mats Hummels, der bei seinem Comeback nicht nur neunzig Minute durchhielt, sondern mit seinem Führungstor auch den sicheren Dortmunder Sieg einleitete. Die weiteren Treffer für den BVB erzielten Henrikh Mkhitaryan und der einmal mehr überragende Robert Lewandowski.

Mkhitaryan trifft zum 3:0 (Foto: kicker)
PERSONAL

Beim BVB fehlten die Langzeitverletzten Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Bender sowie der angeschlagene Marian Sarr und der wegen der fünften gelben Karte gesperrte Marco Reus. Für ihn erhielt Pierre-Emerick Aubameyang das Startelf-Ticket. Mats Hummels kehrte nach seiner Verletzungspause in die Anfangsformation zurück. Manuel Friedrich nahm somit zunächst auf der Bank Platz.

SPIELVERLAUF

Eigentlich ist die Geschichte dieses Spiels schnell erzählt. Denn Borussia Dortmund dominierte das Spiel fast über die gesamten neunzig Minuten. In der ersten Halbzeit kamen die Gäste aus Franken lediglich einmal vors Dortmunder Gehäuse. Nach einem Missverständnis zwischen Sokratis und Hummels konnte Pekhart die große Chance jedoch nicht nutzen und scheiterte am Aluminium. Ansonsten bestimmte ausschliesslich der BVB das Geschehen auf dem grünen Rasen. Nur seinem überragenden Torhüter Raphael Schäfer sowie der Unkonzentriertheit der Dortmunder in den jeweiligen Abschluß-Situationen hatte es der "Club" zu verdanken, mit einem torlosen Remis in die Halbzeit gehen zu dürfen. Denn trotz der massiert und tiefstehenden Nürnberger Deckung kam der BVB nach schnell vorgetragenen Ballstafetten zu hochkarätigen Torchancen.  Lewandowski, Mkhitaryan und Schmelzer verpaßten es jedoch, das Spiel bereits im ersten Durchgang für den BVB zu entscheiden. Bitter für die Gastgeber, daß Sokratis bereits nach 36 Minuten ausgewechselt werden mußte. Die beim Spiel in St. Petersburg erlittene Fersenverletzung erwies sich als zu hartnäckig und zwang den griechischen Nationalspieler zur vorzeitigen Aufgabe.

Der "Dosenöffner": Hummels markiert das 1:0 (Foto: kicker)
Nach dem Wechsel bot sich den Zuschauern das gleiche Bild wie zuvor. Diesmal jedoch mit schnellem zählbarem Erfolg für Schwattgelb. Ausgerechnet Comebacker Mats Hummels erwies sich in der 51. Minute als "Dosenöffner" für den später deutlichen Dortmunder Sieg. Der Nationalverteidiger staubte einen von Schäfer abgewehrten Lewandowski-Kopfball zum vielumjubelten 1:0 für den BVB ab. Auch in der Folgezeit beherrschte Borussia das Spiel nahezu nach Belieben und profitierte dabei vom mangelhaften Aufbauspiel der Gäste. Dieses nämlich ermöglichte dem BVB dessen gefürchtetes schnelles Umschaltspiel, mit dem Dortmund zu weiteren großen Torchancen kam. In der 61. Minute erwies sich der überragende Lewandowski als Nutznießer. Vom starken Mkhitaryan großartig freigespielt netzte der polnische Torjäger zum vorentscheidenden 2:0 ein. Allein bei ihrem Torhüter Raphael Schäfer konnten sich die Gäste bedanken, daß es in den folgenden dreißig Minuten bei nur einem weiteren Dortmunder Treffer blieb. Der eingewechselte Hofmann tunnelte in der 83. Minute den Nürnberger Pogatetz , Mkhitaryan vollendete zum 3:0-Endstand.

Aus einer wie schon in St.Petersburg geschlossen auftretenden Dortmunder Mannschaft ragte einmal mehr der zum Saisonende zu Bayern München wechselnde Robert Lewandowski heraus. Was "Lewy" (mit Ausnahme des HSV-Spiels) Woche für Woche abliefert, nötigt einem schon großen Respekt ab. Mit jedem Spiel straft der polnische Torjäger mehr und mehr diejenigen Lügen, die ihn unter Verdacht stell(t)en, in der Rückrunde nicht mehr alles für die Borussia zu geben. Lewandowski ist immer anspielbar, holt sich Bälle aus dem Mittelfeld, initiiert immer wieder selbst Angriffe seiner Mannschaft und schließt sie im Idealfall sogar noch selbst erfolgreich ab. Von Woche zu Woche wird klarer, wie sehr sein Verlust den BVB sportlich treffen wird.

Starke Leistung: Schmelzer, hier gegen Kiyotake (Foto: kicker)
Aber auch andere Borussen konnten sich erneut gut in Szene setzen. So scheint der fußballerisch über jeden Zweifel erhabene Henrikh Mkhitaryan endlich zu lange vermißter Konstanz zu finden. Der Armenier war im Duett mit Lewandowski an nahezu jedem Angriff des BVB beteiligt und lieferte auch in seinen Defensivaktionen vorzügliche Arbeit ab.

Was alte Konstanz betrifft, geht es auch bei Marcel Schmelzer stetig bergauf. Der Linksverteidiger ließ dem Nürnberger Shootingstar Josip Drmic keine Luft zum Atmen und meldete den Torjäger des "Club" nahezu komplett ab. Darüber hinaus schaltete sich der Nationalspieler teilweise sehr effektiv ins Angriffsspiel mit ein. Ist es nur ein Zufall, daß "Schmelle" förmlich aufblüht, seit er Kevin Großkreutz wieder als vorderen "Abfangjäger" auf seiner linken Seite weiß?

Auch Manuel Friedrich, der in der 36.Minute für den verletzten Sokratis kam, findet zu immer größerer  Sicherheit und daraus resultierend zu immer größerem Selbstvertrauen. Der ehemalige Nationalspieler wirkt mittlerweile nicht nur defensiv als sehr sattelfest sondern schaltet sich nun sogar effektiv ins Aufbauspiel seiner Mannschaft ein. Zudem ist er für den Gegner ein ständiger Gefahrenherd bei Standardsituationen.

Mkhitaryan scheitert an Schäfer (Foto: kicker)
Zu guter Letzt ist natürlich Mats Hummels zu erwähnen. Obwohl fast gänzlich ohne Spielpraxis, avancierte der Nationalspieler bei seinem Comeback auf Anhieb zum Stabilisator der Dortmunder Defensive. Und auch ins Offensivspiel schaltete sich Hummels einige Male konstruktiv ein. Schließlich belohnte er sich durch sein Abstauber-Tor für seine gelungene Rückkehr ins Team der Schwattgelben.

Mit dem überzeugenden Heimsieg gegen Nürnberg eroberte sich der BVB den zweiten Tabellenplatz von Bayer Leverkusen zurück. Die Werkself unterlag daheim Thomas Tuchels Mainzern mit 0:1. Da unsere blau-weißen Nachbarn am Abend mit 1:5 beim FC Bayern unterlagen, konnte Borussia den Vorsprung auf Platz vier auf nunmehr vier Punkte ausbauen.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel (präsentiert von SportLiveDortmund)





DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Sahin, Kehl – Aubameyang, Mkhitaryan, Großkreutz - Lewandowski
1. FC Nürnberg: Schäfer – Angha, Petrak, Pinola, Plattenhardt – Frantz – Drmic, Feulner, Kiyotake, Hlousek – Pekhart
Einwechselungen: 36. Friedrich für Sokratis, 71. Hofmann für Aubameyang, 85. Jojic für Mkhitaryan - 36. Pogatetz für Pinola, 61. Campana für Feulner, 78. Stark für Frantz
Tore: 1:0 Hummels (51., Lewandowski), 2:0 Lewandowski (64., Mkhitaryan), 3:0 Mkhitaryan (83., Hofmann)
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
Gelbe Karten: - Feulner, Pogatetz
Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)


HIER SPRICHT KLOPPO

"Es war kein einfaches Spiel. Nürnberg hat sehr selbstbewusst reagiert, aber wir haben das sehr gut verteidigt. Wir wollten sie tief spielen lassen, aber sobald sie ins Mittelfeld gekommen sind, war es für uns großer Aufwand. Ein bisschen weniger Aufwand hätte zu großen Problemen geführt. Raphael Schäfer hat toll gehalten. Aber für uns war es eine Konzentrationssache. In der Halbzeitpause habe ich gesagt, dass die Jungs das Tempo hoch halten müssen. Wir haben das Tor dann durch die Standardsituation erzwungen und danach zwei tolle Treffer herausgespielt. Und in der Verteidigung haben wir einen hohen Aufwand betrieben und sind konsequent geblieben. Ein Schlüsselduell war für mich heute Marcel Schmelzer gegen Drmic. Er ist ein richtig starker Stürmer. Aber Schmelle hat ihn heute sozusagen aufgefressen. Und das hat uns geholfen und Nürnberg wehgetan."

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3), Piszczek (3), Hummels (2,5), Sokratis (4), Schmelzer (2), Sahin (3), Kehl (3), Aubameyang (4,5), Mkhitaryan (1,5), Großkreutz (3), Lewandowski (1), Friedrich (2), Hofmann (-), Jojic (-).