Dienstag, 18. März 2014

BVB - Zenit: Alle Trümpfe in Dortmunder Hand

Stromausfall im Westfalenstadion! Zum Glück nur beim Abschlußtraining von Zenit St. Petersburg. Daß gegen den russischen Vizemeister die Lichter im Dortmunder Fußball-Tempel für Borussia Dortmund nicht ausgehen, dafür wollen die Schwattgelben mit einer konzentrierten und engagierten Leistung am Mittwoch Abend sorgen. Nach dem 4:2-Hinspielsieg in der Zarenmetropole gilt der BVB als klarer Favorit und hat alle Trümpfe in der Hand. Von allen Experten werden die Borussen schon im CL-Viertelfinale gesehen. Genau da aber liegt eine große Gefahr.

Fällt aus: Marco Reus (hier gegen Zenits Neto).
Man stelle sich nur vor, St. Petersburg gelänge eine erste Halbzeit wie am vergangenen Samstag den Fohlen aus Mönchengladbach - bei Klopps Mannschaft würde die große Verunsicherung ausbrechen. Besser nicht - also volle Kraft voraus. Mit voller Konzentration, kontrollierter Offensive und 100prozentigem Engagement den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse perfekt machen. Das - und nur das - kann das Motto für Jürgen Klopp und seine Mannschaft sein. Setzen die Schwattgelben diese Vorgaben um, kann der Sieger nur Borussia Dortmund heißen.

Gegenüber der missglückten Generalprobe vom vergangenen Wochenende gegen Borussia Mönchengladbach kann Dortmunds Coach wieder auf seinen armenischen Spielmacher Henrikh Mkhitaryan zurückgreifen. Der gegen Mönchengladbach schmerzlich vermißte Edeltechniker war im Hinspiel neben Lewandowski und Reus der überragende Dortmunder. Letztgenannter wird seiner Mannschaft dagegen morgen fehlen. Wie schon in den letzten Bundesligaspielen laboriert Marco Reus weiterhin an scheinbar sehr hartnäckigen muskulären Problemen. Jedenfalls nahm der Nationalspieler nicht am Abschlußtrianing teil, was einem Einsatz am Mittowchabend quasi endgültig einen Riegel vorschiebt.

Schlüssel-Duell? Schmelzer / Hulk
Bei Zenit gab Interimscoach Sergey Semak beim Gastspiel bei ZSKA Moskau (0:1) sein Debut als Cheftrainer. Nach dem enttäuschenden Abschneiden in der Liga und der CL-Heimpleite gegen Dortmund zogen Zenits Verantwortliche die Reißleine und trennten sich kurzerhand vom italienischen Star-Trainer Luciano Spalletti, der dort vier Jahre lang das Zepter schwang. Sein Nachfolger wird kein Geringerer als der Portugiese Andre Villas-Boas. Der ehemalige Coach des FC Porto, Chelsea Londons und der Tottenham Hotspurs wird seinen Dienst in der Zarenstadt jedoch erst nach dem CL-Achtelfinale antreten.

In der Pressekonferenz in Dortmund machte Nicolas Lombaerts sich und seinen Mannschaftskameraden Mut. "Wir müssen 3:0 gewinnen. Das ist nicht einfach - aber im Fußball ist alles möglich." Der belgische Nationalspieler in Reihen Zenits weiß um eine eventuelle Eigendynamik, die ein Führungstor seiner Mannschaft lostreten könnte. Zeichen dafür, daß sich das russische Spitzenteam noch längst nicht aufgegeben hat. Vorsicht ist für den BVB also auf jeden Fall geboten.

Allerdings ließen Mats Hummels und Jürgen Klopp in ihrer Pressekonferenz keine Zweifel daran, daß der BVB den Gegner auf keinen Fall unterschätzen wird und unterstrichen nochmals ihren Respekt vor Zenit. "Wir werden die Aufgabe sehr ernst nehmen und wissen, daß wir noch nicht durch sind", so Hummels. Und Klopp fügte hinzu: "Wir gehen das Spiel an, als wäre es die zweite Halbzeit nach einer Pausenführung." Auf personelle Nachfragen augenzwinkernd: "Alle Spieler, die morgen im Kader sind, werden fit sein." Typisch Kloppo.

Mein Tipp: Zenit wird mit allen Mitteln versuchen, den Spieß noch umzudrehen. Borussia setzt sich dennoch knapp mit 2:1 durch.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer - Sahin, Kehl - Aubameyang (Hofmann), Mkhitaryan, Großkreutz - Lewandowski.

Zenit: Lodygin - Anyukov, Hubocan, Lombaerts, Criscito - Witsel, Zyryanov - Hulk, Fayzulin, Shatov - Rondon.