Montag, 24. März 2014

Revierderby wird zum "Sechs-Punkte-Spiel"

Die Vorfreude auf das mit Spannung erwartete 144. Revierderby ist seit Tagen spürbar. Wenn am Dienstag abend in einem wie immer ausverkauften Dortmunder Westfalenstadion die "Mutter aller Derbies" angepfiffen wird, "kocht der Pott". Zwar geht es wie in allen anderen Bundesliga-Spielen "nur" um drei Punkte - aber für die Fans beider Vereine um viel mehr. Sieg oder Niederlage im Duell mit dem Erzrivalen entscheiden für mehrere Tage über den Gemütszustand einer ganzen Region. Schwattgelb gegen Blau-Weiß, Zecken gegen Schlümpfe, Lüdenscheid-Nord gegen Herne-West - Borussia Dortmund gegen Schalke 04. Zusätzliche Brisanz erfährt das Aufeinandertreffen der Erzrivalen durch die diesmal auf dem Spiel stehende direkte Qualifikation für die nächste Champions League-Saison. Der Derbysieger kommt diesem Ziel ein entscheidendes Stück näher.

Hinspiel: Kuba sorgte für die Entscheidung!
Die sportlichen Voraussetzungen, mit der beide Teams ins Spiel gehen, ist nahezu identisch. Tabellarisch trennt den Zweiten Dortmund lediglich ein Punkt vom Dritten Schalke, beide Teams haben mit erheblichen personellen Problemen zu kämpfen und beide Teams spielen eine relativ konstante Bundesliga-Rückrunde. Psychologisch liegt der Vorteil beim BVB. Denn die Schwattgelben würden den "königsblauen" Rivalen bei einem Sieg auf immerhin vier Punkte distanzieren. Bei einer Niederlage wäre der Rückstand auf die dann vorbeiziehenden Schalker mit zwei Punkten jedoch überschaubar. Vier Punkte Vorsprung oder zwei Punkte Rückstand - die 144.  Auflage des Derbies ist also diesmal ein echtes "Sechs-Punkte-Spiel".

Die Generalproben beider Teams verliefen erfolgreich. Während Borussia beim 3:0-Sieg in Hannover nach zuvor zwei 1:2-Heimniederlagen mit einer grundsoliden Mannschaftsleistung zurück in die Erfolgsspur fand, besiegten die "Blauen" Tabellenschlußlicht Eintracht Braunschweig in einem eher schwachen Spiel mit 3:1. In der Bundesliga bleiben somit beide Mannschaften voll "auf Kurs".

Hinspiel: Weidenfeller pariert Boatengs Strafstoß!
In den Pokalwettbwerben stellt sich das dagegen ein wenig anders dar. Während Schalke im DFB-Pokal vorzeitig die Segel streichen mußte, kämpft Borussia gegen den VfL Woflsburg um den Einzug ins Finale. Auch international ist der BVB weiter " im Geschäft". Im Viertelfinale der Champions League treffen die Schwattgelben auf jenes Real Madrid, das den blau-weißen Rivalen im Achtelfinale deutlich mit zwei Siegen und insgesamt 9:2 (!!) Toren aus dem Wettbewerb ballerte.

Personell sieht es sowohl beim BVB als auch bei S04 sehr bescheiden aus. Bereits die gesamte Saison haben beide Vereine mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen - daß sowohl Borussia als auch die "Knappen" trotzdem hinter Bayern München "den Rest der Liga" anführen, gilt da fast schon als kleine Sensation - spricht aber für die Kaderqualität beider Vereine.

Dem BVB fehlen am Dienstag mit Subotic, Blaszczykowski, Gündogan, Bender und Schmelzer weiterhin fünf absolute Leistungsträger. Marco Reus wird voraussichtlich von Beginn an spielen, während hinter Aubameyangs Einsatz noch ein kleines Fragezeichen steht.

Hinspiel: Aubameyang trifft gegen Hildebrandt
Die Gäste müssen wahrscheinlich auf zehn Akteure ihres aktuellen Kaders verzichten, darunter absolute Korsettstangen wie Höwedes, Santana, Papadopoulos, Aogo und Stöger. Jefferson Farfans Einsatz steht noch auf der Kippe.

Sowohl Jürgen Klopp hier als auch Jens Keller gehen mit den alles andere als idealen Personalsituationen allerdings gelassen um. Beide Trainer jammern nicht über die teilweise krassen Ausfälle - sondern reden das vorhandene Personal (mit Erfolg) eher stark.

Apropos Trainer. Jürgen Klopp ist aktuell in seiner sechsten Saison am Borsigplatz tätig. Im gleichen Zeitraum verschlissen "die Blauen" sage und schreibe acht Trainer (inkl. Jens Keller). Borussia lebt dem blau-weißen Nachbarn Kontinuität quasi vor.

Die Statistik sieht Borussia Dortmund in der 50jährigen Geschichte der Bundesliga knapp vorne.
In 83 Duellen war Borussia 30mal, Schalke 29mal siegreich. 24 Duelle endeten remis - Torverhältnis 129:119 für Dortmund.
Im Westfalenstadion gewann der BVB in 41 Heimspielen 18mal, die Gäste elfmal bei insgesamt 72:46 Toren.

Die PK zum Derby - mit Jürgen Klopp (präsentiert von SportLiveDortmund)





Mein Tipp: Borussia Dortmund wiederholt das Hinspielergebnis und gewinnt mit 3:1.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm - Sahin, Kehl - Reus, Mkhitaryan, Großkreutz - Lewandowski.

S04: Fährmann - Hoogland, Ayhan, Matip, Kolasinac - Boateng, Neustädter - Goretzka, Meyer, Draxler - Huntelaar.