Freitag, 4. April 2014

Klopp plant "leise Rotation" gegen die Wölfe

Nur drei Tage nach dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in Madrid wartet auf Borussia Dortmund das nächste wichtige Spiel. Im Westfalenstadion empfangen die Schwattgelben im Rahmen des 29. Spieltags der Bundesliga den VfL Wolfsburg. Mit den Niedersachsen kommt eine Mannschaft, bei der der BVB in der Hinrunde mit 1:2 unterlag und der sich noch realistische Chancen auf Platz vier ausrechnet, der zu den Qualifikationsspielen zur kommenden Champions League-Saison berechtigt. Der BVB selbst braucht die Punkte jedoch genauso dringend. Zum einen, um den direkten Verfolger aus Gelsenkrichen auf Distanz zu halten. Zum anderen, um dem vorrangigen Saisonziel - der direkten Champions League-Qualifikation - ein entscheidendes Stück näher zu kommen.

Kreuzbandriss im Hinspiel: Neven Subotic
Das heutige Duell mit den Wölfen erfährt in nur zehn Tagen eine Neuauflage. Die Hecking-Elf ist bekanntlich Gegner des BVB im DFB-Pokal-Halbfinale. Am 15. April wird man erneut im Westfalenstadion die Klingen kreuzen und um den Einzug ins Berliner Finale kämpfen. Das Pokalspiel allerdings ist für die Mannschaft von Jürgen Klopp noch weit weg. Dazwischen liegt noch das CL-Rückspiel gegen Real Madrid und das Duell gegen den Erzrivalen Bayern München in der Allianz-Arena.

Personell ändert sich gegenüber dem 3:2-Sieg im letzten Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart nicht viel. Die Verletztenliste der Borussia ist unverändert lang. Zwar konnte Marcel Schmelzer wieder individuelles Lauftraining absolvieren, steht Jürgen Klopp allerdings längst noch nicht wieder zur Verfügung. Aufgrund der hohen Anzahl bereits absolvierter Spiele und angesichts der noch bevorstehenden wichtigen Aufgaben in allen drei Wettbewerben, liegt die Vermutung nahe, daß Klopp gegen Wolfsburg im Rahmen der nur spärlich vorhandenen Optionen leicht rotieren wird. Da Oliver Kirch in Hannover und Stuttgart einen befriedigenden Gesamteindruck hinterließ, scheint es sicher, daß der Blondschopf auch gegen Wolfsburg eine der beiden Sechser-Positionen bekleiden wird. Allerdings scharrt auch Milos Jojic mit den Hufen und scheint nach mehreren vielversprechenden Kurzeinsätzen reif für einen Startelf-Einsatz. Wahrscheinlich gönnt Jürgen Klopp seinem Kapitän Sebastian Kehl eine Verschnaufpause. Der Einsatz des an einer Unterarmprellung laborierenden Weidenfeller (erlitten im Madrid-Spiel) ist noch fraglich.

Olic´s 2:1 im Hinspiel. Weidenfeller chancenlos.
Auch Lukasz Piszczek schien zuletzt kräftemäßig "durchzuhängen". Hier könnte Klopp seine Allzweckwaffe Kevin Großkreutz auf die Rechtsverteidiger-Position zurückziehen. Für dessen Part auf einer der beiden Außenpositionen im offensiven Mittelfeld wären dann entweder Pierre-Emerick Aubameyang oder Jonas Hofmann die entsprechenden Optionen.

Wie immer am Ende einer englischen Woche wird es gegen Wolfsburg wahrscheinlich ein Geduldsspiel werden. Für die Klopp-Elf gilt es, zunächst defensiv kompakt zu stehen und sich durch viel Ballbesitz die entsprechende Sicherheit für entschlossenes und zielgerichtetes Offensivspiel zu holen. Auch die logischerweise durch das kräfteraubende Spiel in Madrid in den Dortmunder Knochen steckende Müdigkeit muß erst einmal "rausgelaufen" werden. Geduld also ist das Zauberwort - sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen. Der Vorsatz, spektakulären Fußball bieten zu wollen, ist grundsätzlich gut - darf aber nicht zu Ungeduld und Nervosität führen oder gar zur Aufgabe der defensiven Kompaktheit verleiten. Notfalls kann auch ein eventuelles Remis zum Erreichen des großen Saisonziels beitragen.

Rein statistisch sieht die Heimbilanz der Borussia gegen Wolfsburg durchaus vielversprechend aus. Zwar verloren die Borussen ihr Vorjahres-Heimspiel mit 2:3. Doch weist die Bilanz im Westfalenstadion zehn Dortmunder Siege, drei Remis und lediglich drei Gästeerfogle aus. Das Torverhältnis lautet 35:19 für den BVB.

Übrigens: Hummels und Sokratis müssen "aufpassen". Beide Dortmunder Innenverteidiger gehen mit vier gelben Karten vorbelastet in das Spiel. Bei einer weiteren Verwarnung wären sie für das Spiel beim FC Bayern München gesperrt.

Die PK mit Jürgen Klopp zum Spiel gegen Wolfsburg (präsentiert von SportLiveDortmund):


Mein Tipp: 
Borussia wird sich schon aufgrund der hohen Belastungen der letzten Wochen schwer tun, aber dennoch knapp mit 2:1 gewinnen.

Die möglichen Aufstellungen:
BVB: Weidenfeller (Langerak) - Großkreutz (Piszczek), Sokratis, Hummels, Durm - Sahin , Kirch (Jojic) - Hofmann (Großkreutz), Mkhitaryan, Reus - Lewandowski.
VfL: Benaglio - Träsch, Naldo, Knoche, Rodriguez - Luiz Gustavo, Malanda - de Bruyne, Arnold, Perisic - Olic.