Sonntag, 1. September 2013

Mkhitaryan schießt BVB zum Dreier!

Borussia Dortmund hat sein viertes Saisonspiel in Folge gewonnen und führt als einzige verlustpunktfreie Mannschaft die Bundesliga-Tabelle an. Die Mannschaft von Jürgen Klopp kam bei der Frankfurter Eintracht zu einem mühevollen und glücklichen, aber nicht unverdienten 2:1-Arbeitssieg. Zweifacher Torschütze und damit Mann des Tages war der armenische Neuzugang des BVB, Henrikh Mkhitaryan.
Gegenüber dem Heimsieg über Werder Bremen änderte Jürgen Klopp seine Mannschaft nur auf einer Position. Für Kapitän Sebastian Kehl rutschte erwartungsgemäß Sven Bender in die Startelf.
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DER BVB-WOCHENRÜCKBLICK DIESMAL ERST MONTAG-ABEND
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Von Beginn an zeigte der BVB den Willen, drei Punkte aus der Commerzbank-Arena zu entführen. Mit herrlich vorgetragenen Angriffen beeindruckte Borussia die Hessen, die ihrerseits durch Inui (scheiterte an Weidenfeller) in der vierten Minute die frühe Führung nur knapp verpassten. Nachdem Blaszczykowski und Reus zwei hundertprozentige Torchancen ungenutzt ließen, brachte Neuzugang Henrikh Mkhitaryan seinen BVB mit seinem ersten Bundesliga-Tor in der 10. Minute in Führung. Der Armenier vollstreckte einen herrlichen Pass von Blaszczykowski eiskalt und unhaltbar für Trapp.

Doppelpack für Borussia: Henrikh Mkhitaryan (Foto: kicker)
In den ersten 45 Minuten klappte das Gegenpressing des BVB hervorragend. Gefahr vor Borussias Tor entstand weniger durch gefährliche Frankfurter Aktionen als vielmehr durch eigene Unkonzentriertheiten und individuelle Fehler (Hummels). Immer wieder gelang es Dortmund jedoch, den Frankfurter Spielaufbau durch schnelle Balleroberung zu stören und ihrerseits gefährliche Angriffe vorzutragen. Teilweise wirkte der BVB dabei zu verspielt, kam aber dennoch zu einigen hundertprozentigen Torchancen. Wie schon in den ersten drei Saisonspielen haperte es bei den Schwattgelben jedoch einmal mehr am Abschluß. Bis zum Pausentee ließ Borussia etliche Möglichkeiten leichtfertig und fast fahrlässig ungenutzt. Und es kam, wie es in solchen Fällen kommen muß. Die alte Fußballer-Regel, die besagt, daß es sich rächt, wenn man seine Torchancen nicht nutzt, bewahrheitete sich kurz vor der Halbzeit. Vaclav Kadlec staubte den Pfosten-Kopfball seines Mitspielers Aigner völlig freistehend zum 1:1-Ausgleich ab.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Klopp und brachte Sokratis für den rotgefährdeten und oft ziemlich indisponierten Hummels. Frankfurt änderte seine Taktik, störte den BVB jetzt schon extrem früh. Die Dortmunder, nun gezwungen, mit langen Bällen zu operieren, verloren teilweise völlig den Faden. Dadurch bekam Frankfurt ein optisches Übergewicht und kam auch zu einigen Abschluß-Gelegenheiten. Aber mitten in die Drangphase der Eintracht schlug Henrikh Mkhitaryan erneut eiskalt zu! Ein Zuspiel des gut aufgelegten Kevin Großkreutz nahm der Armenier in der 56.Minute auf, schüttelte mit einem entschlossenen Dribbling Gegenspieler Flum ab wie eine lästige Fliege und zog ansatzlos aus 16 Metern ab. Unhaltbar für Trapp schlug das Leder im linken unteren Eck des Eintracht-Gehäuses ein.

Sven Bender im Zweikampf mit Frankfurts Kadlec (Foto: kicker)
Danach entwickelte sich erneut ein offener Schlagabtausch. Chancen hüben wie drüben (Anderson-Kopfball an den Pfosten, Lewandowski scheitert an Trapp) hätten das Ergebnis auch noch auf ein 3:4 schrauben können. Beide Trainer versuchten durch taktische Auswechslungen nochmals, dem Spiel eine Wendung zu geben (Veh) bzw. den Vorsprung zu halten (Klopp). Doch mit viel Glück und noch mehr Geschick brachte Borussia den 2:1-Vorsprung nicht unverdient ins Ziel.
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Fazit: Die positiven und auch negativen Erkenntnisse der ersten Saisonspiele traten auch in Frankfurt wieder zu Tage. Es war nicht alles Gold, was glänzte. Borussia muß unbedingt die Chancenverwertung verbessern und die teilweise eklatanten individuellen Schnitzer im Defensiv-Bereich abstellen. Das Gegenpressing funktionierte stellenweise recht gut, muß aber weiterhin optimiert werden. Dennoch ist der Start mit vier Siegen in Folge sensationell und bärenstark. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen den HSV kann und muß Borussia nun nach der Länderspielpause nachlegen, um den Erzrivalen Bayern München weiter auf Distanz zu halten.

DIE STATISTIK

Eintr. Frankfurt: Trapp - Schröck, Zambrano, Anderson, Djakpa - Russ, Flum - Aigner, Rosenthal, Inui - Kadlec
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski, Mkhitaryan, Reus - Lewandowski
Einwechselungen: 67. Oczipka für Djakpa, 71. Schwegler für Flum, 83. Joselu für Inui - 46. Sokratis für Hummels, 71. Aubameyang für Blaszczykowski, 86. Kehl für Reus
Tore: 0:1 Mkhitaryan (10., Blaszczykowski), 1:1 Kadlec (36., Aigner), 1:2 Mkhitaryan (56., Großkreutz)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin), Gelbe Karten: Zambrano - Hummels, Reus
Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)

STIMMEN ZUM SPIEL

Roman Weidenfeller: "Die Problematik heute war der Platz. Die Frankfurter haben sich da etwas einfallen lassen. Der Rasen wurde nicht gewässert, war sehr holprig und dadurch langsam. Das kam der Eintracht natürlich entgegen und hat unseren Spielfluss gestört. Aber insgesamt haben wir es dann doch gut gelöst."   
Henrikh Mkhitaryan: "Ich fühle mich sehr wohl in Dortmund und freue mich sehr, dass ich heute mein erstes Tor erzielt habe. Umso schöner ist es natürlich, dass ich dann auch noch ein zweites schieße. Insgesamt war es heute ein schweres Spiel für uns, wir haben das aber gut gemacht. Allerdings können wir sicherlich noch besser werden."
Jürgen Klopp: "Wir haben heute richtig gut angefangen, auch wenn wir natürlich Probleme mit dem schweren Geläuf hatten. Der Rasen war sehr stumpf. Aber damit hatte Eintracht natürlich auch Probleme. Das sollen auch keine Ausreden sein, sondern sind Fakten. Dann machen wir ein tolles Tor. Nach dem Gegentreffer haben wir riesige Chancen, von denen wir eine zum Glück noch nutzen. Aber auch Eintracht hat sich toll verkauft. Insgesamt gesehen, müssen wir aber noch besser Fußball spielen. Im Aufbauspiel habe ich ein paar Schwächen gesehen, und idealerweise müssen wir auch besser verteidigen. Dennoch ist dies - mit 12 Punkten nach 4 Spielen - natürlich Meckern auf hohem Niveau."
Armin Veh: "Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt. In der ersten Halbzeit haben wir zwar zu viele Chancen zugelassen, hatten aber selbst auch einige. In der zweiten Halbzeit waren wir meines Erachtens völlig auf Augenhöhe, hatten sogar die besseren Torgelegenheiten. Davon können wir uns aber leider nichts kaufen. Das Uefa-Cup-Spiel hat uns gut getan, was das Selbstvertrauen angeht. Wie wir mit der Mehrbelastung umgehen, das weiß ich noch nicht. Es ist ungewohnt für uns. Aber wir kriegen das physisch schon hin, auch wenn es mit angeschlagenen Spielern umso schwerer wird. Jetzt müssen wir aber zusehen, dass wir in der Bundesliga punkten."

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2) - Großkreutz (2,5), Subotic (3,5), Hummels (4,5), Schmelzer (4) - Bender (4), Sahin (4) - Blaszczykowski (2,5), Mkhitaryan (1,5), Reus (3) - Lewandowski (4), Sokratis (2), Aubameyang (3,5), Kehl (-)

Mehr vom aktuellen BVB-Geschehen auch in meiner reviersport-Kolumne
http://www.reviersport.de/fankurve/markus-bvb-blog.html