Sonntag, 29. September 2013

BVB-Lawine überrollt desolate Freiburger!

Borussia Dortmund bleibt Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga! Mit Vollgas-Fußball vom Allerfeinsten überrollte die schwattgelbe Pressingmaschine eine völlig chancenlose Freiburger Mannschaft mit 5:0. Der BVB feierte somit eine mehr als gelungene Generalprobe für das bevorstehende CL-Spiel gegen Olympique Marseille.

Strahlender Sonnenschein, ein ausverkauftes Westfalenstadion, prächtige Stimmung - und eine Fußball-Gala par excellence. Borussia Dortmund bot den ca. 80.000 Zuschauern ein rauschendes Fußballfest gegen einen SC Freiburg, der von Beginn an überfordert wirkte und mit zunehmender Spieldauer den Angriffslawinen des Spitzenreiters immer weniger entgegenzusetzen hatte.
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DER BVB-WOCHENRÜCKBLICK - JEDEN MONTAG AN DIESER STELLE
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Gegenüber dem Pokalspiel in München änderte Jürgen Klopp seine Mannschaft auf zwei Positionen. Für Sokratis und Blaszczykowski rotierten Subotic und Aubameyang in die Startformation. Erik Durm ersetzte den erneut verletzt fehlenden Marcel Schmelzer.

Der BVB legte mit dem Anpfiff des Spiels ein wahnwitziges Tempo vor und begeisterte die Zuschauer mit schnellen und direkten Kombinationen. Diese blieben jedoch zunächst erfolglos, weil der "letzte Pass" in die Schnittstellen der SC-Defensive entweder zu spät oder aber zu ungenau gespielt wurde. Versuche der Freiburger, selbst in die Offensive zu kommen, wurden vom extrem starken Gegenpressing der Borussia schon im Ansatz erstickt. Folgerichtig blieb BVB-Keeper Weidenfeller nahezu beschäftigungslos.
Marco Reus staubt zum 1:0 ab! (Foto: kicker)
Angetrieben vom an diesem Nachmittag bärenstarken Kevin Großkreutz initiierten die Dortmunder Angriff um Angriff und kamen mit zunehmender Spieldauer auch zu etlichen Großchancen, die jedoch zunächst ungenutzt blieben (Reus, Lewandowski, Mkhitaryan). Besonders Aubameyang klebte das Schusspech an den Schuhen. Der Gabuner, eigentlich mit einer durchaus guten Leistung, versiebte Großchancen fast im Minutentakt (25., 29., 31.Minute). Schließlich brachte einmal mehr Marco Reus den "Torknoten" zum Platzen. Der Nationalspieler staubte in der 35.Minute einen von Keeper Baumann zu kurz abgewehrten Distanzschuß von Bender zum längst verdienten Führungstor des BVB ab. Der Bann war nun gebrochen und Borussia kam noch vor der Halbzeit zum fast schon entscheidenden 2:0. Lewandowski wurde von Diagne im Strafraum zu Fall gebracht. Freiburgs Abwehrspieler wurde daraufhin folgerichtig des Feldes verwiesen und erneut Marco Reus verwandelte den fälligen Strafstoß eiskalt zur vielumjubelten Vorentscheidung. Das Westfalenstadion bebte!
Weltklasse-Tor zum 3:0: Robert Lewandowski (Foto: kicker)
Nach dem Seitenwechsel kam Oliver Kirch für den leicht angeschlagenen Sven Bender in die Partie und fügte sich auf dessen Position nahtlos in das Spiel des Spitzenreiters ein. Gegen die dezimierten Freiburger spielte der BVB seine Überzahl nun fast schon gnadenlos aus und drängte unnachgiebig auf das dritte Tor. Die Streich-Schützlinge hielten dem Druck der Dortmunder bis zur 58.Spielminute stand. Dann war es der bis dahin gut spielende, aber glücklose Robert Lewandowski, der SC-Keeper Baumann mit einem Lupfer in Weltklasse-Manier überwinden konnte.
Anschließend wechselte Klopp mit Reus und Mkhitaryan zwei seiner Offensivkräfte aus und der BVB nahm kurzzeitig den Fuß vom Gas. Der Überlegenheit tat dies jedoch keinen Abbruch. Freiburg hatte in Richtung Weidenfeller keine einzige gefährliche Situation. Als Dortmund den Tempomat wieder auf Höchsgeschwindigkeit einstellte, zerfielen die Gäste nahezu in ihre Einzelteile. Aubameyang blieb zwar weiter glücklos im Abschluß (66. und 69.Minute), dafür schnürte Lewandowski mit seinem Treffer zum 4:0 in der 70. Minute einen Doppelpack. Mit seinem sechsten Saisontreffer übernahm der Pole auch die "Pole-Position" in der Torschützenliste der Bundesliga. Sehenswert vor allem die Vorarbeit des eingewechselten  Hofmann, der Lewandowski nach Doppelpaß mit Sahin überragend auflegte.

Der eingewechselte Jakub Blaszczykowski sorgte mit seinem ersten Saisontor zum 5:0 für den Endstand in einer Partie, die die Dortmunder Fans in Ekstase versetzte. 27:2 Torschüsse mit unzähligen Großchancen dokumentieren die fast schon bizarre Überlegenheit des Champions-League-Finalisten über den Europa-League-Teilnehmer aus dem Schwarzwald.

FAZIT

Die Klopp-Jungs bereitete ihren Fans einmal mehr einen begeisternden Fußball-Nachmittag in Europas Fußball-Tempel Nr.1. Die Art und Weise, mit der die Dortmunder ihr Spiel über die kompletten neunzig Minuten durchzogen, war beeindruckend. Auch nach dem entscheidenden 3:0 blieben die Borussen weiter gierig, wollten auch das vierte und später das fünfte Tor. Bezeichnend für den unbändigen Willen und die Gier das 5:0 durch Kuba, der einen fast schon verloren geglaubten Ball durch immensen Einsatz zurückeroberte und mit seinem ersten Saisontor krönte.

Kollektiver Jubel über Reus´ Doppelpack! (Foto: kicker)
Ebenfalls überragend das Gegenpressing der Dortmunder besonders in der ersten Halbzeit, in der die Gäste noch vollzählig auf dem Platz standen und kein Mittel fanden, das Tor der Schwattgelben auch nur ein einziges Mal in Gefahr zu bringen.
Eine insgesamt überragende Mannschaftsleistung des BVB - und dennoch muß man drei Akteure besonders hervorheben. Zum einen die beiden Torjäger und wahren Fußballkünstler Reus und Lewandowski, zum anderen "Rechtsverteidiger" Kevin Großkreutz. Der Dortmunder Jung, der den Langzeitverletzten Lukas Piszczek auf dessen verwaister Position vertritt, wird auf dieser Position von Spiel zu Spiel stärker und interpretiert seine Rolle als Verteidiger mittlerweile ähnlich wie Piszczek - nach hinten bärenstark, nach vorn mit entscheidenden Impulsen. Dieser Großkreutz ist für die Borussia einfach unverzichtbar.
Nimmt man diese drei Namen muß die Frage erlaubt sein - ist da etwa ein neues "magisches Dreieck" geboren? An diesem Nachmittag jedenfalls war es ein fast schon magischer Auftritt von "Lewanreuskreutz".

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Durm - Bender, Sahin - Aubameyang, Mkhitaryan, Reus - Lewandowski
SC Freiburg: Baumann - Sorg, Diagne, Ginter, Günter - Fernandes, Schuster - Schmid, Coquelin - Freis, Mehmedi
Einwechselungen: 46. Kirch für Bender, 62. Blaszczykowski und Hofmann für Mkhitaryan und Reus - 46. Höhn für Coquelin, 66. Höfler für Schuster, 74. Guédé für Freis
Tore: 1:0 Reus (35., Lewandowski), 2:0 Reus (45.+2, Foulelfmeter, Diagne an Lewandowski), 3:0 Lewandowski (58., Reus), 4:0 Lewandowski (70., Hofmann), 5:0 Blaszczykowski (79., Sahin)
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart), Rote Karte: Diagne (45., Notbremse), Gelbe Karte: Sorg
Zuschauer: 80.000 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Marco Reus: "Vor einer Woche hieß es nach dem Spiel gegen Nürnberg noch, dass uns die Souveränität abhandengekommen sei. Das Gute am Fußball ist, dass in englischen Wochen alle drei Tage gespielt wird. So konnten wir nun schnell wieder das Gegenteil beweisen. Natürlich war es nach den 120 Minuten im Pokal heute schwer, ins Spiel zu kommen. Nach und nach haben wir dann aber den Rhythmus gefunden, und spätestens mit dem 1:0 ist der Knoten geplatzt. Das Spiel heute hat auch gezeigt, dass wir immer mehr wollen. Ein 2:0 oder ein 3:0 reicht uns nicht. Wir wollen immer noch einen nachlegen, das haben wir uns vorgenommen."

Jürgen Klopp: "Wir waren die gesamte zweite Halbzeit in Überzahl, wenn meine Mannschaft dann richtig ins Spiel kommt, macht die Arbeit natürlich auch richtig Spaß. Von daher haben wir auch nach dem 2:0 oder dem 3:0 nicht zurückgeschaltet, sondern weiter Gas gegeben. Aber ich habe auch die erste Halbzeit schon richtig gut gefunden. Mit unserem Gegenpressing war ich dort richtig zufrieden. Natürlich hätten wir auch da schon die eine oder andere Chance mehr nutzen können. Nach der Roten Karte und dem Elfmeter hatte Freiburg dann nichts mehr entgegenzusetzen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns frei geschossen. Das Tor von Robert Lewandowski war natürlich überragend. Dienstag wird eine Herausforderung, aber wir haben ein Heimspiel vor ausverkauftem Haus. Wir fühlen uns nicht wahnsinnig unter Druck, denn wir haben das Spiel gegen Neapel ausführlich analysiert und unsere Schlüsse daraus gezogen."

Christian Streich: "Wir hatten nicht die Ruhe bei eigenem Ballbesitz. Mit einem Mann weniger hast du gegen eine so gute Mannschaft keine Chance. Wir haben schwere englische Wochen, das ist für uns ungewohnt. So kommt so ein Spiel zustande."

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3), Großkreutz (1), Subotic (2), Hummels (2), Durm (2,5), Bender (2), Sahin (2,5), Reus (1), Mkhitaryan (3), Aubameyang (3), Lewandowski (1), Kirch (3), Hofmann (2), Blaszczykowski (2,5)