Sonntag, 15. September 2013

Grandioser BVB zerlegt HSV mit 6:2!

Tolle Fußballspiele hat das Westfalenstadion schon massenhaft erlebt. Für das, was die schwattgelben Akteure jedoch an diesem Abend gegen den Hamburger SV auf den Rasen zauberten, gehen einem fast die Superlative aus. Champagner-Fußball mit durchgedrücktem Gaspedal, Vollgasfußball von der ersten bis zur letzten Minute. Der BVB bot beim 6:2 eine Fußball-Gala vom Allerfeinsten und zerlegte einen am Ende bemitleidenswerten Hamburger SV in seine Einzelteile. Außerdem stellte Borussia mit dem fünften Sieg im fünften Spiel einen neuen vereinseigenen Startrekord auf und grüßt weiterhin von der Tabellenspitze der Bundesliga.

Beim BVB mußte Jürgen Klopp auf den angeschlagenen Jakub Blaszczykowski verzichten. Für den Polen rückte Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang in die Startformation der Dortmunder. Klopps Kollege Torsten Fink bot drei Innenverteidiger auf, die bei gegnerischem Ballbesitz von den beiden sonst hochstehenden Außenverteidigern unterstützt werden und sich zu einerFünferkette formieren sollten.
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Das hinderte den BVB jedoch nicht, von Beginn an das Heft des Handelns zu übernehmen. Die Borussia hatte von der ersten Minute an den Fuß auf dem Gaspedal, trug ihre Angriffe quasi im Minutentakt leidenschaftlich und mit extrem hohem Tempo vor. Aubameyang und der starke Mkhitaryan sorgten mit einem Doppelschlag für die verdiente 2:0-Führung. Hamburg konnte sich bei seinem überragenden Torhüter Adler bedanken, daß man überhaupt noch "im Spiel" war, als Lam mit einem Distanzschuß wie aus heiterem Himmel das Anschlußtor gelang. Dortmund zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und hätte die knappe 2:1-Führung schon vor der Halbzeit in ein vorentscheidendes und deutlicheres Ergebnis ausbauen müssen. 13:1 Torschüsse konnten bis zur Halbzeit für die Schwattgelben notiert werden.

Zwei Tore, zwei Vorlagen: Aubameyang (Foto: RuhrNachrichten)
Sagenhafte 32:4 (!!!!!!!) Torschüsse insgesamt, darunter drei Aluminium-Treffer, produzierte das schwarzgelbe Fußball-Ensemble und mußte paradoxerweise doch bis zur 65. Minute um den hochverdienten Sieg bangen. Denn nach dem überraschenden Ausgleich des HSV kurz nach der Halbzeit durch Westermann (nach einer Standard-Situation - wie könnte es anders sein?) stand es bis zu diesem Zeitpunkt 2:2 und das vom BVB bis dahin in berauschendem Einbahnstraßen-Format gestaltete Spiel stand auf derKippe. Die Gäste aus der Hansestadt schienen dem hochüberlegenen Gastgeber den Zahn gezogen zu haben. Und kurzzeitig verlor Borussia tatsächlich den Faden, schüttelte sich schließlich einige Minuten um dann doch wieder zurück ins Spiel zu finden.

Weltklasse: Marco Reus gegen Arslan (Foto: RuhrNachrichten)
Pierre-Emerick Aubameyang spielte in der ominösen 65. Minute zum zweiten Male an diesem denkwürdigen Abend den Dosenöffner für seine Farben, als er Rene Adler im HSV-Tor zum zweiten Male überwinden konnte. "Aubames" insgesamt fünfter Saisontreffer lenkte das Spiel wieder in die richtige Richtung und in die hochverdiente schwattgelbe Erfolgs-Bahn. Denn im Anschluß daran brachen bei den Hamburgern alle Dämme und Borussia spielte die Gäste in berauschender Art und Weise in Grund und Boden. Vor allem nutzten die Dortmunder nun endlich einige der unzähligen sich bietenden Torchancen. Die immer wieder in höchstem Tempo wie eine gewaltige Druckwelle aufs HSV-Tor zurollenden Angriffe des BVB fanden nun in Lewandowsi (zweimal) und dem alles überragenden Marco Reus ihre eiskalten Abnehmer und verwandelten das mit 80.645 Zuschauern einmal mehr ausverkaufte Westfalenstadion in ein Tollhaus.
Das deutliche Endergebnis war für die Gäste letztlich sogar noch schmeichelhaft. Hamburg hatte es allein dem teils hanebüchenen und fahrlässigen Umgang der Borussia mit den eigenen Torchancen zu verdanken, daß es am Ende nicht zu einem zweistelligen Ergebnis kam.

Das 2:0 durch Mkhitaryan (Foto: Ruhr Nachrichten)
Bei den überragend aufspielenden Dortmundern griff an diesem Abend ein Rädchen ins andere. Der erdrückenden Offensiv-Power des BVB hatte Hamburg außer seinem Torhüter Rene Adler über die gesamte Spielzeit kaum etwas entgegenzusetzen. Ein Spieler jedoch ragte beim BVB heraus und muß einfach gesondert erwähnt werden, ohne damit die Leistung der anderen Schwattgelben zu schmälern. Marco Reus bot eine absolute Weltklasse-Leistung. Der Nationalspieler war an fast allen Angriffen der Borussia beteiligt, großartig unterstützt von Sahin, Mkhitaryan und Aubameyang, später auch von Lewandowski. Weiter erwähnenswert auch, daß der zuvor stark in der Kritik stehende Mats Hummels sich enorm verbessert präsentierte und rechtzeitig vorm ersten Champions League-Auftritt den Weg aus der Leistungsdelle gefunden zu haben scheint.
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Fazit: Wenn es überhaupt irgendwas zu bemängeln gibt an diesem überragenden und mitreißenden Auftritt des BVB, dann ist es erneut die mangelhafte Verwertung der Torchancen und das weiterhin schlechte Verhalten bei gegnerischen Standard-Situationen. Letzteres führte zum zwischenzeitlichen Ausgleich des HSV und hätte das Spiel beinahe gekippt. Dagegen nähert sich das Offensivspiel des BVB fast schon dem absoluten Optimum. Das Verständnis und die Abstimmung der offensiven Dreier-Reihe untereinander, aber auch mit den dahinter positionierten Sechsern sowie der Sturmspitze Lewandowski klappt immer besser. Dortmund bot seine bisher stärkste Saisonleistung und fährt berechtigterweise mit großem Selbstvertrauen zum ersten Champions-League-Spiel beim SSC Neapel.


DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Aubameyang, Mkhitaryan, Reus - Lewandowski
Hamburger SV: Adler - Sobiech, Djourou, Westermann - Diekmeier, Arslan, Rincon, Lam - van der Vaart - Zoua, Beister
Einwechselungen: 61. Sokratis für Subotic, 79. Durm und Hofmann für Schmelzer und Mkhitaryan - 46. Jiracek für Sobiech, 68. Calhanoglu für Rincon, 85. Lasogga für van der Vaart
Tore: 1:0 Aubameyang (19., Freistoß Schmelzer), 2:0 Mkhitaryan (22., Lewandowski), 2:1 Lam (26., Zoua), 2:2 Westermann (49., Freistoß van der Vaart), 3:2 Aubameyang (65., Mkhitaryan), 4:2 Lewandowski (73., Aubameyang), 5:2 Reus (74., Aubameyang), 6:2 Lewandowski (81., Sahin)
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden), Gelbe Karten: - Rincon, van der Vaart, Diekmeier, Arslan
Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)

Verliebt in seine Jungs: Jürgen Klopp (Foto: RuhrNachrichten)
STIMMEN ZUM SPIEL

Jürgen Klopp: "Es war einfach geil, und es hat riesig Spaß gemacht zuzuschauen. In der ersten Halbzeit hatten wir so viele Torchancen, haben aber nur zwei davon genutzt. Hinten raus und immer mal wieder im Spiel ist mir schon das Herz aufgegangen. Was unsere Jungs da vorne gemacht haben, im Umschaltspiel - da wird einem ja angst und bange; es war geil, hat Spaß gemacht, da zuzugucken. Der HSV hatte es auf Standardsituationen abgesehen, da war er sehr gefährlich. Alles außer den Gegentoren haben wir überragend verteidigt. Auch das hat mir richtig gut gefallen."
Thorsten Fink: "Wir haben ganz schlecht gespielt. Es gab zwölf Minuten, über die ich sage, das war in Ordnung. Wir waren nicht mutig genug, nicht überzeugend genug. Die Niederlage geht auch in der Höhe in Ordnung. Natürlich bin ich enttäuscht. Wir müssen das sacken lassen. Als wir das 0:2 aufgeholt hatten, dachte ich wir würden ruhiger werden und könnten was mitnehmen. Wir spielen nicht clever genug, wenn wir in Rückstand geraten. Dann wollen wir zu viel, verlieren völlig die Linie.
Pierre-Emerick Aubameyang: "Ich bin sprachlos; ich bin begeistert. Es war ein toller Tag, ein toller Abend für mich. Ich bin begeistert von der Atmosphäre in unserem Stadion. Ich hatte davon geträumt, ein Tor zu schießen im Heimspiel. Dass es zwei wurden, ist unglaublich. Und das Tor vor der Südtribüne - ein unglaubliches Gefühl. Auf eine Vorlage bin ich aber genauso stolz wie auf ein Tor. Wir haben sehr gut gespielt, punkten weiter, das ist eine tolle Sache. Aber wir sind noch lange nicht perfekt, können immer besser werden - und müssen auch immer besser werden. Wichtig ist, das wir das erkennen und auch machen."
Freude über das 3:2: Aubameyang und Großkreutz (Foto: RuhrNachrichten)
Robert Lewandowski: "Wir haben richtig gut gespielt. Nach dem 2:2 habe ich gedacht: Was ist das denn? Wir hätten sogar noch mehr Tore schießen können. Aber natürlich sind wir mit dem 6:2 zufrieden. Jetzt kommt die Champions League: Da wollen wir auch was holen. Auch wenn wir wissen, dass Neapel eine
richtig gute Mannschaft hat. Ich hoffe, da läuft es auch für mich noch besser - und dass wir die drei Punkte mitnehmen nach Dortmund." 
Marco Reus: "Wir kriegen aus dem Nichts das erste Gegentor, dann das 2:2, bestrafen uns selbst für die Arbeit, die wir bis dahin geleistet haben. Wir müssen konsequenter sein, 90 Minuten so spielen, wie wir das in der ersten Halbzeit getan haben, dann sind wir schwer zu schlagen. Wir haben zu recht so hoch gewonnen."
Marcel Schmelzer: "Wir wollten gut reinkommen in die Saison. Das ist uns nun wirklich gelungen. Wir haben ein Spiel, in dem alles dabei war, hochverdient gewonnen. Es war harte Arbeit, weil wir nach dem 2:0 den Fuß vom Gas genommen hatten und danach unser Ding bis zum Ende durchziehen mussten."


MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3), Großkreutz (3), Subotic (5), Hummels (2,5), Schmelzer (2,5), Bender (3), Sahin (2,5), Aubameyang (1,5), Mkhitaryan (1,5), Reus (1), Lewandowski (2), Sokratis (2,5), Durm (-), Hofmann (-)

Mehr vom aktuellen BVB-Geschehen auch in meiner reviersport-Kolumne
http://www.reviersport.de/fankurve/markus-bvb-blog.html