Sonntag, 11. August 2013

Aubameyang mit Traumdebut

Mit einem überraschend deutlichen 4:0-Auswärtserfolg beim FC Augsburg startete Borussia Dortmund in die 51.Bundesliga-Saison. Dabei reichte den Schwattgelben vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften Augsburger Arena sogar eine eher durchschnittliche Leistung, weil ein Neuzugang bei seinem Bundesliga-Debut einen Sahnetag erwischte.

Der vom AS St.Etienne verpflichtete Pierre-Emerick Aubameyang erzielte bei seinem Einstand in der höchsten deutschen Fußball-Liga drei Treffer und erlegte den sehr ambitioniert ins Spiel gegangenen FC Augsburg fast im Alleingang. Nie zuvor waren einem Dortmunder Spieler bei seinem Debut im schwattgelben Trikot  so viele Treffer gelungen. Den Schlußpunkt unter einen verdienten, aber etwas zu hoch ausgefallenen BVB-Sieg setzte Robert Lewandowski mit einem an Jonas Hofmann verursachten Foulelfmeter.

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Lange Zeit tat sich Borussia, die auf den gesperrten Weidenfeller und den verletzten Mkhitaryan verzichten mußte, gegen die leidenschaftlich agierenden und taktisch hervorragend eingestellten Augsburger sehr schwer. Blaszczykowski blieb wegen Trainingsrückstands nach Magen-Darm-Virus und Rachenentzündung zunächst auf der Bank.

Flugkopfball zum 1:0: Pierre-Emerick Aubameyang
Dem FCA gelang es von Beginn an, mit Marco Reus und Robert Lewandowski zwei der wichtigsten Anspielstationen des BVB weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Da auch Mats Hummels bei Ballbesitz in seiner Funktion als Aufbauspieler von den Fuggerstädtern sofort attackiert und unter Druck gesetzt wurde, lastete dessen kreativer Verantwortungsbereich nahezu allein auf den Schultern Neven Subotics. Der Serbe erledigte diese Aufgabe jedoch sehr gut. Das agressive und sehr disziplinierte Defensivverhalten des FCA zwang die Dortmunder zu einem umständlichen und meist zu langsamen Spielaufbau. Borussias zwischenzeitliche Versuche, durch direkte Kombinationen das Spiel schnell zu machen, scheiterten an der zunächst mangelhaften Passgenauigkeit (Sahin, Bender, Gündogan, Reus). Augsburg seinerseits kam jedoch ebenfalls kaum zu gefährlichen Abschluß-Situationen, sodaß sich den Zuschauern zunächst ein eher zähes und wenig ansehnliches Spiel bot. Beim BVB konnte lediglich Aubameyang in der ein oder anderen Situation erfolgversprechend in Szene gesetzt werden. Eine dieser Situationen hätte beinahe schon in der ersten Spielminute zu einem Blitzstart des BVB geführt. Doch statt selbst den Abschluß zu suchen, legte der schnelle Gabuner den Ball über rechts kommend quer zum einschußbereiten Lewandowski. Im letzten Moment konnte Augsburgs Callsen-Bracker vor dem polnischen Torjäger des BVB klären.
Eine andere Situation schließlich führte in der 24. Spielminute zum Führungstreffer des BVB. Eine hohe Schmelzer-Hereingabe aus dem linken Halbfeld verwertete der Gabuner per Flugkopfball zur glücklichen Pausenführung für Dortmund.

Das 3:0 für den BVB: Aubameyangs Dreierpack war perfekt!
Nach dem Wechsel bot sich den Zuschauern zunächst das gleiche Bild wie in der ersten Halbzeit. Dortmund wirkte oftmals behäbig und umständlich, weil der FCA das Aufbauspiel der Schwattgelben durch aggressives Zweikampfverhalten schon im Keim erstickte. Torszenen blieben hüben wie drüben Mangelware. Erneut war es dann Aubameyang, der in der 66. Minute nach einem traumhaften Zuspiel von Reus zum vorentscheidenden 2:0 für den Vizemeister zuschlug. Damit hatte der BVB den Fuggerstädtern, bei denen mit zunehmender Spieldauer Kraft und Konzentration spürbar nachließen, endgültig den Zahn gezogen. Mit zunehmend nachlassendem Widerstand der Weinzierl-Elf lief der Ball schneller und genauer durch die Dortmunder Reihen. Folgerichtig fielen die Treffer drei und vier für den BVB. Ein Zuspiel des bis dahin völlig abgetauchten Lewandowski nutzte erneut - na, wer schon - Aubameyang zum 3:0 (79.). Und als der eingewechselte Jonas Hofmann über die linke Seite beherzt in den Augsburger Strafraum eindrang und nur durch ein Foul von Callsen-Bracker gebremst werden konnte, verwandelte Lewandowski den fälligen Strafstoß eiskalt zum 4:0-Endstand.

Keiner jubelt schöner: Aubameyang erwischte einen Traumeinstand
Die 4.000 mitgereisten BVB-Fans feierten ihre Mannschaft schon während des Spiels leidenschaftlich, nach dem Schlußpfiff des umsichtigen Schiedsrichters Knut Kircher gar enthusiastisch. Der letzte und bisher einzige 4:0-Auftaktsieg gelang Borussia im August 1994 gegen 1860 München. Am Ende der Saison wurde der BVB Deutscher Meister. Wenn das mal kein gutes Omen ist...

Fazit: Noch war beim BVB nicht alles Gold, was glänzte. Das aber ist normal für ein Auftaktspiel in eine neue Saison. Borussia rang einen unbequemen Gegner mit viel Geduld und vor allem hoher Effizienz beim Ausnutzen der Torchancen verdient nieder. Dennoch fiel der Sieg um ein oder zwei Tore zu hoch aus.

;Mit Eintracht Braunschweig und Werder Bremen erwartet der BVB nun zwei Nordlichter im Signal-Iduna-Park zu einem Heimspiel-Doppelpack, in dem durch zwei Siege vor eigenem Publikum ein Traumstart gelingen und der Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt werden kann.

STATISTIK

FC Augsburg: Amsif - Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek - Baier - Hahn, Moravek, Altintop, Holzhauser - Mölders
Borussia Dortmund: Langerak - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Aubameyang, Gündogan, Reus - Lewandowski
Einwechselungen: 77. Philp und Vlachodimos für Altintop und Holzhauser, 83. Vogt für Hahn - 57. Blaszczykowski für Gündogan, 81. Hofmann für Aubameyang, 88. Durm für Lewandowski
Tore: 0:1 Aubameyang (24., Schmelzer), 0:2 Aubameyang (66., Reus), 0:3 Aubameyang (79., Lewandowski), 0:4 Lewandowski (86., Foulelfmeter, Callsen-Bracker an Hofmann)
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg), Gelbe Karten: Ostrzolek, Moravek
Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)

STIMMEN ZUM SPIEL

Jürgen Klopp: "Es war schwer für beide Mannschaften, denn die Bedingungen waren nicht so leicht, der Rasen schlecht. Und der Gegner war extrem stark. Ich habe meine Mannschaft darauf hingewiesen, dass die Intensität eine andere sein würde als in allen anderen Spielen zuvor, den Supercup eingeschlossen; dass Augsburg knallharte Zweikämpfe führt und uns Probleme bereiten kann, wenn wir die Intensität nicht annehmen. Dass Augsburg zu guten Gelegenheiten kam, halte ich angesichts der Qualität des Gegners für normal. In der zweiten Halbzeit waren wir in der Balleroberung konsequenter, und die Räume wurden größer. Wir haben tolle Tore geschossen und die Partie souverän beendet. Hier gewinnen nicht viele mit 4:0. Dass es uns gelungen ist, macht uns stolz."

Matchwinner Aubameyang ließ sich von der Euphorie, die um ihn nach dem Schlusspfiff in Augsburg herrschte, nicht anstecken: "Die Intensität in der Bundesliga habe ich heute gemerkt. Es ist viel intensiver als in der Ligue 1. Mehr Tempo, aber das hat mir nichts ausgemacht. Es gefällt mir gut in Dortmund. Ich will Woche für Woche hart arbeiten, und dann wird man sehen, was in dieser Saison möglich ist."

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (3), Großkreutz (3,5), Subotic (3), Hummels (3,5), Schmelzer (3), Sahin (4), Bender (3,5), Aubameyang (1), Gündogan (3,5), Reus (4), Lewandowski (4), Blaszczykowski (3,5)

Mehr vom aktuellen BVB-Geschehen auch in meiner reviersport-Kolumne
http://www.reviersport.de/fankurve/markus-bvb-blog.html