Mittwoch, 25. Juni 2014

DFB-Elf: Kämpfen statt kalkulieren!

Am Donnerstag Abend kommt es in Recife zum Showdown der WM-Gruppe G. Deutschland trifft auf die USA, Jogi Löw auf seinen Freund Jürgen Klinsmann. Ein Remis würde Deutschland den Gruppensieg und den USA Platz zwei bescheren. Angesichts dieser Konstellation und der besonderen Beziehung der beiden Cheftrainer werden zwangsläufig Erinnerungen wach. Erinnerungen an das Spiel Deutschland - Österreich während der WM 1982. Damals schoben sich beide Teams nach Deutschlands frühem Führungstor den Ball in den eigenen Reihen hin und her, denn das Ergebnis garantierte beiden Mannschaften den Einzug in die nächste Runde. Algerien war die leidtragende Nation und mußte die vorzeitige Heimreise antreten. Die "Schande von Gijon" war geboren und hinterlässt bis heute hässliche Spuren in der deutschen WM-Historie.

Löw und Klinsmann: generell Freunde...
Bizarrste Verschwörungstheorien und Befürchtungen, es könne nun in Recife zu einem ähnlichen Szenario kommen wie 1982 in Gijon, beherrschen in diesen Tagen sowohl die weltweite Medienlandschaft als auch die sozialen Netzwerke. Damit tut man den aktuellen Protagonisten, besonders den seinerzeit unbeteiligten Amerikanern, allerdings Unrecht. Das deutsche wie auch das amerikanische Lager schließen eine mögliche "Schande von Recife" vehement aus. Sowohl Klinsmann als auch Löw beschwören den absoluten Erfolgswillen und die "Winner-Mentalität" ihrer Teams und weisen eine möglicherweise im Vorfeld getroffene Absprache in Form gegenseitiger Freundschafts-Geschenke fast schon betroffen von sich. Und das wohl zu Recht.

Besonders die deutsche Mannschaft muß allen Zweiflern mit einem couragierten und leidenschaftlichen Auftritt den Wind aus den Segeln nehmen. Für das Löw-Team steht im Duell mit den USA mehr auf dem Spiel als der kurzfristige sportliche Erfolg. Denn eine Wiederholung der Ereignisse von 1982 würde den gesamten deutschen Fußball zu einem  "Wiederholungstäter" machen und nachhaltig in eine tiefe (Glaubwürdigkeits-) Krise stürzen - ganz zu schweigen von einem dauerhaften und weltweit ramponierten Ansehen.

...in Recife erbitterte Gegner.
Unabhängig von System- und Personalfragen kann das Motto für beide Mannschaften somit nur lauten: Kämpfen statt kalkulieren. Nicht das nackte Endresultat, sondern nur die Art und Weise des Auftretens beider Teams, kann auch die letzten Verschwörungstheoretiker zum Schweigen bringen. Legen beide Mannschaften die Leidenschaft ihrer ersten Gruppenspiele an den Tag, wird selbst ein eventuelles (und durchaus mögliches) Remis keinen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.

Alles für den Sieg geben, um jeden Zentimeter Rasen fighten, keinen Ball verloren geben und keinem Zweikampf aus dem Weg gehen. Kämpfen statt kalkulieren - nur so kann das Motto für Deutschlands Gruppen-Showdown lauten. Dann - und nur dann - wird selbst ein Remis als das akzeptiert werden, was es letztendlich für die Tabelle bedeutet. Eine faire (und ehrlich erkämpfte) Punkteteilung mit der für beide Teams sportlichen Konsequenz eines dann verdienten Achtelfinal-Einzugs.

(Fotos: focus.de / kicker.de)

Mein Tipp:
Deutschland gewinnt ein lange Zeit enges Spiel am Ende deutlich mit 3:1

Die mögliche deutsche Startformation:
Neuer - Boateng, Mertesacker, Hummels, Höwedes - Schweinsteiger, Lahm, Kroos - Müller, Özil, Podolski.