Freitag, 21. Februar 2014

Mit Offensivwucht gegen "Slomka-Effekt"

Bestätigt sich das Sprichwort "Neue Besen kehren gut", dann könnte Borussia Dortmund im Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV eine böse Überraschung erleben. Denn der norddeutsche Traditionsverein hat sich nach der 2:4-Klatsche in Braunschweig von Trainer Bert van Marwijk getrennt und mit Mirko Slomka umgehend einen neuen Chefcoach installiert. Doch trotz des Trainerwechsels glauben auch neutrale Beobachter nicht an eine Überraschung im Duell des Vorletzten gegen den Tabellendritten.

Jürgen Klopp und Mirko Slomka
Zu groß scheint die sportliche Schere zwischen beiden Mannschaften, gemessen an den Ergebnissen der bisherigen vier Rückrunden-Spiele. Da stehen für die dem Abstieg entgegen taumelnden Hamburger null Punkte und 2:13 Tore zu Buche. Dazu kommt die 0:5-Pokalklatsche zuhause gegen Bayern München. Der BVB dagegen erreichte mit einem 1:0-Sieg in Frankfurt das Pokalhalbfinale und sammelte mit drei Siegen und einem Remis zehn Bundesliga-Punkte.

Selbst die Fantasie der größten Optimisten in Reihen der HSV-Sympathisanten reicht nicht aus, um sich vorstellen zu können, wie die zuletzt teilweise stümperhafte Defensive der Norddetuschen der Angriffswucht des Vizemeisters gewachsen sein könnte. Und dennoch - so tat es auch BVB-Coach Jürgen Klopp im Vorfeld kund - richtet sich Borussia auf eine kampfbetonte und intensive Partie ein. Der BVB steht nicht unter Verdacht, irgendeinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Und somit scheint es neben dem erhofften "Slomka-Effekt" nur einen Grund geben zu können, der dem HSV Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis lässt: wenn sich die Schwattgelben durch das Auslassen ihrer Torchancen selbst um den Erfolg bringen.

Lewandowski trifft beim 6:2 im Hinspiel
Daß definitiv Tore fallen werden, dafür spricht allein schon die Statistik. In den bisher 93 Bundesliga-Duellen zwischen beiden Teams fielen 337 Tore. Keine andere Paarung der Bundesliga-Historie kann mehr Treffer vorweisen. Im Hinspiel bot der BVB eine Gala-Vorstellung und zerlegte den HSV beim 6:2 in seine zerbröselnden Einzelteile. In Hamburg dagegen konnte Borussia elfmal gewinnen, 22mal behielt der HSV die Oberhand, 13 Partien endeten remis. Kleine Statistik am Rande: seit Jürgen Klopps Amtsantritt beim BVB am 1. Juli 2008 ist Mirko Slomka der ZEHNTE Trainer der Hamburger.

Auch die personelle Situation des BVB entspannt sich rechtzeitig zum Start der englischen Wochen. Marco Reus und Mats Hummels konnten bereits wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Beide kommen für die Startelf wahrscheinlich noch nicht in Frage, werden aber voraussichtlich im Kader stehen. Der ebenfalls zuletzt fehlende Sven Bender dagegen könnte für Sebastian Kehl in die Anfangself der Dortmunder rutschen. Auf der Verletztenliste der Borussia stehen somit "nur" noch die Langzeitausfälle Subotic, Blaszczykowski und Gündogan.

Wie immer auch die Dortmunder Startformation aussehen wird. Letztlich entscheidet allein die Einstellung der Mannschaft über den Ausgang des Spiels. Ein möglichst früher Führungstreffer des BVB könnte die durch den Trainerwechsel aufkommenden Hoffnungen der Gastgeber auf Besserung schon im Keime ersticken. Sollte der Borussia ein solcher gelingen, scheint auch ein erneuter Kantersieg durchaus vorstellbar.

Die Pressekonferenz zum HSV-Spiel wird präsentiert von SportLiveDortmund




Mein Tip: Der BVB gewinnt mit 4:1.

Die möglichen Startformationen:

BVB: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Friedrich, Schmelzer - Sahin, Bender - Aubameyang, Mkhitaryan, Großkreutz - Lewandowski.

HSV: Adler - Diekmeier, Djourou, Rajkovic, Jansen - Rincon, Westermann, Arslan - Calhanoglu, Illicevic - Lasogga.