Dienstag, 11. Februar 2014

Aubameyang schießt BVB ins Halbfinale

Borussia Dortmund steht im Halbfinale des DFB-Pokals 2014! Am Abend siegten unsere Jungs nach intensiven neunzig Minuten bei Eintracht Frankfurt mit 1:0 und zogen damit als erste Mannschaft in die Runde der letzten Vier ein. Das Tor des Tages vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena erzielte Pierre-Emerick Aubameyang in der 82. Minute nach einem Eckball von Henrikh Mkhitaryan.


PERSONAL

Wurde heftig attackiert: Lewandowski (hier mit Russ)
Borussia ohne Sieben! Hummels, Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Durm fielen ohnehin aus. Nach dem Bremen-Spiel quartierten sich auch Marco Reus und Sven Bender ins immer größer werdende BVB-Lazarett. Kevin Großkreutz besetzte die Reus-Position, Sebastian Kehl spielte für Bender als zweiter Sechser neben Sahin.

SPIELVERLAUF

In einem von Beginn an sehr intensiven Spiel mit vielen Zweikämpfen und Nickeligkeiten neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst. Frankfurt konnte das Spiel in der ersten halbe Stunde ausgeglichen gestalten. Beide Teams kamen kaum zu torgefährlichen Abschluß-Situationen. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde der BVB immer dominanter und nutzte mit schnellem Umschaltspiel die sich nun bietenden Räume immer häufiger. Insbesondere Aubameyang konnte so seine Schnelligkeit ausspielen und sorgte nun ein ums andere Mal für brenzlige Situationen vor dem Eintracht-Gehäuse.

Hier scheitert Aubameyang noch. Später wird er Matchwinner!
Im zweiten Abschnitt sahen die ca. 6.000 mitgereisten BVB-Fans eine optisch überlegene Eintracht, die immer wieder mit Seitenwechseln und Diagonalpässen versuchte, die Schwattgelben in Bedrängnis zu bringen. Doch Dortmund zeigte sich bis auf zwei Situationen sehr gut organisiert. Friedrich (großes Kompliment) und Sokratis waren eigentlich jederzeit Herr der Lage. Mit zunehmender Spieldauer wurde das Spiel aufgrund zahlreicher Unterbrechungen und der schauspielerischer Einlagen des unsäglichen Zambrano immer zerfahrener. Die Provokationen des Frankfurter Innenverteidigers schaukelten das knochenharte Duell mit dem dennoch starken Lewandowski zu einer Art Privatduell hoch. Zambrano konnte von Glück reden, daß er die neunzig Minuten ohne Platzverweis überstand. Ihm "droht" am Samstag im Westfalenstadion ein herzlicher Empfang durch die BVB-Fans.

Als die Partie immer näher an die drohende Verlängerung rückte, schlug die Borussia dann eiskalt zu. Eine Mkhitaryan-Ecke verlängerte Sebastian Kehl zum am langen Pfosten postierten Aubameyang. Der Gabuner krönte seine gute Vorstellung dann mit dem vielumjubelten Tor des Tages und schoß den BVB ins Halbfinale des DFB-Pokals.

Duell des Tages: Zambrano/Lewandowski
Aus einer sehr geschlossen auftretenden Dortmunder Mannschaft, die diesmal keinen Ausfall zu beklagen hatte, muß man insbesondere Manuel Friedrich, Sebastian Kehl, Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang ein Sonderlob zollen. Friedrich gewinnt neben dem ohnehin immer sehr "cool" agierenden Sokratis immer mehr an Sicherheit, Kehl entpuppte sich als effektiver Staubsauger und auch Initiator einiger gefährlicher Konter, der nimmermüde Mkhitaryan war defensiv und offensiv nicht "kleinzukriegen" (auch wenn dem Armenier nicht alles gelang) und Aubameyang (auch defensiv diesmal stark) kam es entgegen, daß ihm das Spiel die Räume bot, die der Gabuner zum Ausspielen seiner Stärken so dringend benötigt.

Was in der Bundesliga nicht gelingen will, schafft Borussia im Pokal nun zum wiederholten Male. Die Schwattgelben sind auch nach der vierten Runde des diesjährigen Wettbewerbs noch ohne Gegentor. Die Borussen schienen nach dem Abpfiff wunschlos glücklich. Obwohl - einen Wunsch werden wohl alle haben, die mit dem BVB sympathisieren. Losglück in Form eines Heimspiels im Halbfinale! So oder so steht jedenfalls fest, daß es "nur" noch einen einzigen Sieg braucht, um nach 2012 wieder ins Berliner Pokalfinale einzuziehen.

(Fotos: kicker)


DIE STATISTIK

Eintracht Frankfurt: Trapp – Jung, Zambrano, Madlung, Djakpa – Rode, Russ, Flum – Meier – Aigner, Kadlec
Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer – Sahin, Kehl –Aubameyang, Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski
Einwechselungen: 46. Rosenthal für Kadlec, 83. Weis für Flum - 90. Hofmann für Mkhitaryan, 90.+4 Schieber für Aubameyang
Tor: 0:1 Aubameyang (82., Kehl)
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Gelbe Karten: Russ, Rode, Flum - Sokratis, Schmelzer
Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)


HIER SPRICHT KLOPPO

„Die erste Halbzeit war ganz klar unsere und wir haben 70 Minuten lang richtig gut gespielt. Leider hatten wir in den ersten 20 Minuten nach der Pause keine klare Linie mehr im Spiel. Da kam es auch zu vielen Unterbrechungen, die uns etwas aus dem Rhythmus gebracht haben. Frankfurt hat es aber auch sehr gut gemacht und ist selber zu Chancen gekommen. Wir haben sehr lange Standardsituationen trainiert, jetzt hat es direkt in zwei Spielen hintereinander geklappt. Das ist sehr wichtig. Wir wollten unbedingt ins Pokalhalbfinale, das hat man meiner Mannschaft angesehen.“


WEITERE STIMMEN

Michael Zorc:  „Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen  haben. Es war ein sehr schwieriges Spiel, auch wenn man unsere anhaltenden Personalprobleme betrachtet. Insgesamt gesehen hat die Mannschaft es sehr gut gemacht. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir eine Vielzahl an Chancen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu Beginn etwas die Linie verloren, das wurde später wieder besser. Pierre-Emerick Aubameyang scheint der Mann für die wichtigen Tore zu sein, jetzt trifft er sogar mit dem Kopf. Und auch Henrikh Mikhitaryan war heute sehr stark, er hat häufig für Entlastung gesorgt.“

Sebastian Kehl: „Die Situation war vor dem Spiel nicht einfach für uns. Wir wussten, dass es ein kampfbetontes Spiel werden würde, so ist es dann auch gekommen. Frankfurt war heiß, hat sehr offensiv gespielt. Darauf waren wir eingestellt. So haben sich für uns dann Räume ergeben, die zu vielen Chancen geführt haben. Leider verwerten wir nur eine davon. Insgesamt gesehen haben wir aber verdient gewonnen. Frankfurt macht es nicht schlecht, aber wir hatten die besseren Chancen. Wir sind sehr froh, dies war ein wichtiger Sieg.“

Pierre-Emerick Aubameyang: „Ich in sehr glücklich über mein Tor, denn wir mussten sehr hart dafür arbeiten. Es war ein schweres Spiel, daher können wir uns über den Sieg umso mehr freuen.  Wir haben eine sehr große Qualität im Kader, wenn wir zusammenrücken können wir auch in Zukunft noch viel erreichen. Wenn wir – so wie heute – mit dem Messer zwischen den Zähnen spielen und bis zum umfallen kämpfen, ist in allen Wettbewerben noch sehr viel für uns drin.“


MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3,5), Piszczek (3), Sokratis (3), Friedrich (2,5), Schmelzer (3), Sahin (3), Kehl (2,5), Aubameyang (2), Mkhitaryan (2,5), Großkreutz (3), Lewandowski (3), Hofmann (-), Schieber (-).