Montag, 24. Februar 2014

BVB: Volle Konzentration auf Zenit

Mit Zenit St.Petersburg trifft Borussia Dortmund nur drei Tage nach dem 0:3-Debakel von Hamburg erneut auf einen Gegner, der dazu prädestiniert erscheint, daß man ihn ähnlich unterschätzen könnte wie die Norddeutschen. Insofern ist der favorisierte BVB also beim Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gewarnt. Wiedergutmachung ist angesagt - vor allem aber geht es für die Borussen in der russischen 5-Millionen-Metropole darum, sich mit einer seriösen Herangehensweise und einer konzentrierten Leistung eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel im heimischen Westfalenstadion zu schaffen.


Fit für Zenit: Lewandowski (Foto: kicker)
Insbesondere Trainer Jürgen Klopp dürfte von seiner Mannschaft eine Trotzreaktion auf die Blamage von Hamburg erwarten. Auch die neuerliche Hiobsbotschaft aus der medizinischen Abteilung darf und wird daran nichts ändern. Der beim HSV bereits zur Pause vorsorglich ausgewechselte Sven Bender wird dem BVB zehn Wochen lang fehlen. Die Ärzte diagnostizierten bei Borussias "Staubsauger" eine Schambeinentzündung. Damit ist für den Nationalspieler auch die WM-Teilnahme in ernsthafter Gefahr. Und Jürgen Klopp hat nur noch zwei nominelle Sechser zur Verfügung.

Mit auf den Weg nach Russland haben sich dagegen sowohl Mats Hummels als auch der an einer Erkältung laborierende Robert Lewandowski gemacht. Während ein Startelf-Einsatz Lewandowskis nahezu verbrieft ist, wird es für Hummels wahrscheinlich nur zu einem Platz auf der Bank reichen. Klopp wird bei seinem lange vermißten Abwehr-Chef kein unnötiges Risiko eingehen. Ginge es am Dienstagabend bereits ums Weiterkommen, wäre Hummels wahrscheinlich in der ersten Elf.

Der Gegner aus Russland, nicht mehr unbedingt zur Creme de la creme des europäischen Fußballs zählend, hat gegenüber dem BVB einen entscheidenden Nachteil. Die Mannschaft des italienischen Trainers Luciano Spalletti befindet sich noch in der Vorbereitung auf die neue Saison und hat folglich keine wirklich seriösen Erkenntnisse über das aktuelle Leistungsvermögen. Erst am 8.März startet die russische Liga in ihre neue Saison.

Zenit-Star Hulk (Foto: kicker)
Das vergangene Spieljahr beendeten die Russen als Tabellenzweiter, die Gruppenphase der Champions-League überstand St.Petersburg nur mit sehr viel Glück. Sechs Punkte reichten den Himmelblauen zum Erreichen des Achtelfinals. Nie zuvor war es einer Mannschaft mit so wenigen Punkten gelungen, in die K.-O.-Phase einzuziehen. Das letzte Gruppenspiel verlor Petersburg bei Rapid Wien gar mit 1:4. Allein schon aufgrund dieser Tatsache gilt St.Petersburg gegen Dortmund als klarer Aussenseiter.

Dabei ist diese Mannschaft individuell hochkarätig besetzt, auch wenn die meisten ehemaligen "Stars" in die Jahre gekommen sind und nicht unbedingt zur ersten Elf zählen werden. Die russischen Nationalspieler Malafejew (Torhüter, 34 Jahre), Shirokov (Mittelfeld, 32), Kershakov (Angriff, 31) und Ex-Arsenal-Star Arshavin (Angriff, 32) sowie der Ex-Münchner Timoschtschuk (34) sind über ihren "Zenit" im wahrsten Sinne des Wortes hinaus, gelten aber dennoch als überragende Fußballer mit großen individuellen Fähigkeiten.

Absolute Superstars des Spalletti-Teams sind jedoch andere. So z.B. der 45-Mio-Euro-Brasilianer Hulk sowie der vom ehemaligen HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer im Winter für 18 Mio. Euro von Rubin Kasan verpflichtete Venezolaner Jose Salomon Rondon.

Zenit-Trainer Spalletti (Foto: kicker)
Das alles plus die nicht wirklich guten Platzverhältnisse liefern dem BVB genügend Argumente, diese Mannschaft unter keinen Umständen auf die leichte Schulter zu nehmen. Karlheinz Rummenigge, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender unseres "heiß geliebten" FC Bayern München, gab zwar im Anschluss an die Achtelfinalauslosung zum Besten, daß er am liebsten gegen Zenit angetreten wäre. Wahrscheinlich hat das bajuwarische Vereinsoberhaupt dabei aber völlig vergessen, daß es ausgerechnet seine Edeltruppe war, die von St.Petersburg, dem späteren UEFA-Cup-Sieger, beim 0:4 im Jahre 2008 richtig verhauen wurde. Vorsicht ist also für Borussia geboten!

Mein Tipp: Bei seriöser Herangehensweise und voller Konzentration gewinnt Dortmund mit 2:1.

Die möglichen Aufstellungen:

ZENIT: Lodygin - Ansaldi, Lombaerts, Hubocan, Criscito - Fayzulin, Witsel - Hulk, Shatov, Arshavin - Rondon.

BVB: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Friedrich, Schmelzer - Sahin, Kehl - Aubameyang (Hofmann), Mkhitaryan, Reus (Großkreutz) - Lewandowski.