Donnerstag, 23. Januar 2014

BVB will 2014 "Back To The Roots"

Wenn übermorgen für Borussia Dortmund die Rückrunde der Bundesliga angepfiffen wird, liegt hinter den Schwattgelben eine Vorbereitung mit Licht und Schatten. Ein Trainingslager, vier Testspiele und weitere intensive Einheiten im heimischen Ruhrgebiet hat Jürgen Klopp dazu genutzt, seiner Mannschaft zu helfen, die zuletzt gezeigten Schwächen möglichst abzustellen und sie zu alter Spielfreude zurückzuführen.

Mkhitaryans 4:0 in Duisburg (Foto: kicker)
Ob die Anstrengungen der vergangenen zwei Wochen Früchte tragen, wird sich dann am Samstagnachmittag gegen die Überraschungsmannschaft der Hinrunde, den FC Augsburg, zeigen. Die Generalprobe dafür ist jedenfalls geglückt. Beim Drittligisten MSV Duisburg gewann der BVB auch das vierte Testspiel relativ locker. Mkhitaryan (2), Lewandowski (2), Aubameyang und Schieber erzielten Borussias Tore zum ungefährdeten 6:1-Sieg. Zuvor waren den Klopp-Schützlingen bereits drei Siege gegen den belgischen Top-Klub Standard Lüttich (2:0) sowie gegen die Zweitligisten VfL Bochum (2:1) und den 1.FC Kaiserslautern (3:1) gelungen.

Das Trainingslager im spanischen La Manga hatte BVB-Coach Jürgen Klopp dazu genutzt, neben den körperlichen Grundlagen auch an den Schwächen der Hinrunde zu arbeiten. Das Hauptaugenmerk legte der Cheftrainer dabei auf die Verbesserung des Gegenpressings, schnelleres Umschaltspiel in beide Richtungen sowie das Verhalten bei offensiven und defensiven Standards. Außerdem konnten Marcel Schmelzer und Mats Hummels nach längeren Verletzungen wieder an die Mannschaft herangeführt werden. "Schmelle", der gestern seinen 26.Geburtstag feierte, dürfte schon gegen Augsburg wieder zum Kader gehören, Hummels evtl. eine Woche später beim Auswärtsspiel in Braunschweig. Kleinere Störfeuer in Form der kurzzeitigen Trainingsausfälle von Bender, Sahin und Großkreutz fielen nicht so sehr ins Gewicht - die vorzeitige Heimreise von Ilkay Gündogan dagegen schon. Der während der kompletten Hinrunde schmerzlich vermisste Takt- und Ideengeber des Dortmunder Spiels befand sich in La Manga auf einem guten Weg zurück ins Team und hinterließ einen hervorragenden Eindruck - bis ihn eine Bronchitis zur Rückreise ins heimische Dortmund zwang. Wie lange Gündogan seiner Mannschaft noch fehlen wird, steht somit weiterhin in den Sternen.

Lewandowskis 3:1 in Lautern (Foto: kicker)
Im Anschluß an das intensive Vorbereitungscamp nutzte Klopp die vergangene Woche zur weiteren Feinabstimmung der nicht zuletzt durch die vielen Ausfälle auf der Strecke gebliebenen Automatismen. Borussias europaweit gefürchteten und für viel Furore sorgenden "One-Touch-Fußball" zeigte die Mannschaft während der Hinrunde nur sporadisch - was sich aber mit der am Samstag beginnenden Rückrunde wieder ändern soll. Klopps ehrgeiziges Ziel könnte man auf die Formel "Back To The Roots" bringen. Das wird auch dringend nötig sein, wenn der BVB die auf der Agenda 2014 platzierten und höchst ambitionierten Ziele erreichen will - nämlich die Rückeroberung eines direkten Champions-League-Platzes, das DFB-Pokalfinale in Berlin und (zunächst) das Erreichen des Viertelfinals in der europäischen Königsklasse.

Mut dafür macht die sich trotz der weiterhin ungewissen Rückkehr von Gündogan und dem bis Saisonende fehlenden Subotic deutlich entspannte Personalsituation des BVB. Jürgen Klopp bieten sich mit dem nun fast vollständig vorhandenen Kader wieder deutlich mehr Optionen - offen bleibt jedoch nach wie vor die Frage, wie genau der Coach das durch Gündogans Ausfall vorhandene Kreativ-Vakuum auf einer der beiden Sechser-Positionen zu lösen gedenkt. Der Versuch, Spielmacher Henrikh Mkhitaryan neben Nuri Sahin oder Sven Bender auf die "Sechs" zurückzuziehen, scheint dabei zunächst keine weitere Rolle in den Planungen des Trainers zu spielen. Denn dadurch würde sich für den BVB-Coach im offensiven Mittelfeld eine neue Baustelle auftun. Die Position des "Zehners" scheint außer vom Armenier durch keinen anderen Akteur im aktuellen BVB-Kader adäquat besetzt werden zu können.

Das wiederum wirft die Frage auf, ob sich Borussia nicht doch noch zu einer kurzfristigen Rückhol-Aktion Shinji Kagawas durchringen sollte. Der bei Manchester United fast völlig ins Abseits manövrierte ehemalige Dortmunder Publikumsliebling wäre nahezu die Ideallösung auf der Position hinter der Sturmspitze, könnte dem BVB sofort weiterhelfen und wäre für Klopp auch bei einer Rückkehr Gündogans eine zusätzliche und gleichwertige "Rotations"-Alternative.


Ob es bei Dortmunds Entscheidungsträgern, die eigentlich keinen Winter-Transfer geplant hatten, diesbezüglich zu einem Umdenken kommt, könnte vom Verlauf des Rückrunden-Auftakts abhängen. Stottert der BVB-Motor ähnlich wie zum Ende der Hinrunde, bliebe Watzke und Zorc noch bis zum 31. Januar Zeit für eine Kader-Nachbesserung in Person des japanischen Nationalspielers.

(Text: Markus Flügel / Fotos: kicker / Video: kicker)

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