Samstag, 5. Juli 2014

DFB-Elf: 1:0 - Der Star ist die Mannschaft

Herzlichen Glückwunsch an die deutsche Mannschaft. Mit dem 1:0-Sieg über Frankreich zog die Löw-Elf ins Halbfinale der WM ein. Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels gelang im ausverkauften Maracana-Stadion von Rio de Janeiro mit seinem Kopfballtreffer nach Freistoß von Kroos das Tor des Tages. Durch den Sieg über die "Equipe Tricolore" stellte Deutschland zudem einen neuen Rekord auf. Zum vierten Mal hintereinander steht die DFB-Elf bei einer Weltmeisterschaft im Halbfinale. Dort trifft sie am Dienstag Abend in Belo Horizonte auf Gastgeber Brasilien, der am Abend Kolumbien mit 2:1 bezwang.

Mit seiner Rückkehr vom zuletzt praktizierten 4-3-3 hin zum altbewährten 4-2-3-1-System setzte Bundestrainer Löw ein Zeichen mit Signalwirkung. Ein erneutes Auftreten wie gegen Algerien wollte Löw unter allen Umständen vermeiden - und die Rechnung ging auf. Die Stellschrauben, an denen der Bundestrainer nach dem Algerien-Spiel relativ kräftig drehte, erwiesen sich als absolut richtig. Philipp Lahm kehrte auf die Position des Rechtsverteidigers zurück, Hummels und Boateng spielten in der Innenverteidigung, Höwedes bildete das linke Glied der Viererkette. Per Mertesacker wurde zum personellen Härtefall und mußte auf die Bank.

Tor des Tages: Mats Hummels
Darüberhinaus setzte Löw wieder auf einen klassischen Mittelstürmer in vorderster Front. Miro Klose spielte erstmals von Beginn an, unterstützt von einer offensiven Dreier-Reihe mit Müller, Kroos und Özil. Der später für Klose eingewechselte Schürrle erwies sich als belebendes Element, auch wenn dem Chelsea-Star diesmal das nötige Abschlußglück fehlte. Schweinsteiger und Khedira bildeten die Doppel-Sechs und sorgten für die nötige Balance zwischen Defensive und Offensive.

Zwar war auch gegen Frankreich spielerisch längst nicht alles Gold was glänzte (leichtfertige Ballverluste; zu wenig Druck und Gefahr über die Außen; der finale Paß in der torgefährlichen Zone kam zu selten) - aber durch die Rückkehr zum alten System fand das Löw-Team nach einer teilweise konfusen Leistung gegen Algerien zu alter Sicherheit und Struktur zurück. Daß sich ein Gegner wie die Franzosen dennoch Torchancen erspielte, läßt sich auf diesem Niveau einfach nicht in Gänze verhindern. Dennoch präsentierte sich die DFB-Elf defensiv erheblich kompakter und im Spielaufbau strukturierter als in den Spielen zuvor.

Kollektiver Jubel nach dem 1:0
Eine geschlossene Teamleistung, aus der Neuer und Hummels herausragten, als Schlüssel zum Erfolg - der Star ist die Mannschaft. Alle für einen, einer für alle. Deutschland hat in der entscheidenden Turnierphase, auch mit Hilfe des nötigen Glücks, zurück in die Spur gefunden. Mit Brasilien wartet nun ein noch größerer Prüfstein auf die Löw-Elf, als es die starken Franzosen waren.

Mit der Einstellung und dem Teamspirit des Viertelfinals stehen Deutschlands Chancen auf den Einzug ins WM-Finale jedenfalls sehr gut. Löws Team hat Blut geleckt. Bleibt die Mannschaft auf dem gegen Frankreich eingeschlagenen Weg, könnte die Mission "Titelgewinn" trotz aller vorherigen Personal- und Systemirrungen und -wirrungen diesmal erfolgreich beendet werden.