Dienstag, 19. August 2014

Welcome, SC Paderborn 07

Klar ist das hier ein BVB-Blog - und das bleibt er auch.
Aber aus besonderem Anlass möchte ich heute von dieser Stelle aus einem Verein huldigen, der wohl als DER Sensationsaufsteiger in die Bundesliga-Annalen eingehen wird - und für fast ganz Fußball-Deutschland schon vor dem ersten Anpfiff der neuen Saison als sicherer Absteiger feststeht.
Ich sehe das allerdings ein wenig anders. Warum? Lest doch einfach selbst...

Heimstätte des SCP: die Benteler-Arena
Als gebürtigem und dort wohnhaften "Ur-Paderborner" liegt mir der SCP naturgemäß am Herzen. Daß er darin allerdings nur die "zweite Geige" spielt, liegt irgendwie in der Natur der Sache. Zum einen bin ich mit schwattgelbem Blut geboren und fußballerisch gesehen absolutes Dortmunder Ur-Gestein. Zum anderen dümpelte der SCP seit ich denken kann, in der fußballerischen Viert-, Dritt- oder Zweitklassigkeit mehr oder weniger vor sich hin. Dennoch habe ich schon immer neben den Besuchen des Westfalenstadions auch die Spiele des SCP verfolgt und oft live vor Ort erlebt.

Bei Wind und Regen im altehrwürdigen Hermann-Löns-Stadion mit knapp 1000 anderen "Unentwegten" die Auftritte des damaligen TuS Schloß Neuhaus zu beobachten, war nicht immer vergnügungssteuerpflichtig. Aber dennoch erinnere ich mich auch an diese Zeit gerne zurück.

Mit der Fusion aus TuS Schloß Neuhaus und 1.FC Paderborn zum TuS Paderborn-Neuhaus, der sich dann Mitte der neunziger Jahre in "SC Paderborn 07" umbenannte, wurde der Grundstein für die darauf folgende und bis heute andauernde Erfolgsgeschichte dieses Klubs gelegt.

Visionär und "Macher": Wilfried Finke
Mit dem längst überfälligen Bau der heutigen Benteler-Arena fand der Verein dann 2008 endlich auch eine seiner lokalen Bedeutung angemessene Heimstätte. Ein Meilenstein auf dem Weg zu professionelleren Strukturen!

Dem dritten Zweitliga-Aufstieg 2009 folgte dann eine Konsolidierungsphase mit nachhaltigen fünf Jahren am Stück im Bundesliga-Unterhaus. Dabei schnupperte der SC Paderborn bereits 2012 zwischenzeitlich unter dem heutigen Leverkusener Coach Roger Schmidt an der deutschen Elite-Liga.

Doch erst mit dem vom TSV Havelse im Sommer 2013 verpflichteten Andre Breitenreiter gelang dem Verein nun sensationell und mit einem Mini-Etat ausgestattet der nie für möglich gehaltene Aufstieg in die "Liga der Weltmeister".

Neben den rein lokalpatriotischen Gründen fühle ich mich allerdings auch persönlich mit dem SCP eng verbunden. Schließlich kickte ich in jungen Jahren mit Pressesprecher Matthias Hack und Busfahrer Uwe "Bus-Mann" Hussmann gemeinsam bei unserem Heimatverein TuRa Elsen, Vereins-Boss Wilfried Finke (DER Macher und Visionär des Vereins schlechthin) war einige Jahre mein Chef und Arbeitgeber und SCP-Jahrhunderttrainer Pavel Dotchev zählt zu meinem heutigen Freundeskreis.

Wird immer größer: der SCP-Fan-Block
Ein weiterer Grund, dem SCP die Daumen zu drücken? Klar, den gibt es. Denn in Reihen des aktuellen Kaders des Aufsteigers stehen einige Akteure, die in der Vergangenheit das schwattgelbe BVB-Trikot trugen. Die Paderborner Eigengewächse Mahir Saglik und Lukas Kruse fanden über die BVB-Amateure den Weg zurück in ihre Heimatstadt. Mario Vrancic, Marvin Bakalorz, Martin Amedick und Uwe Hünemeier haben ebenfalls eine Dortmunder Vergangenheit. Und mit Marvin Ducksch kickt eine junge und hoffnungsvolle Leihgabe der Borussia für eine Saison an der Pader.

Andersrum hat auch Borussia Dortmund von Spielern profitiert, die aus dem SC Paderborn hervorgingen. So wechselte 1984 mit Günter Kutowski ein Akteur von der Pader an die Ruhr, der für Borussia 288 Bundesligaspiele bestritt und in Fankreisen des BVB noch heute Kultstatus genießt. Martin Driller und Norbert Runge sind zwei weitere Beispiele für Dortmunder Pader-Importe. Patrick Owomoyela schließlich nahm vom SC Paderborn kommend den Umweg über Bielefeld und Bremen in Jürgen Klopps Kader.

Vom SCP zum BVB: Kutowski
Mit dem Aufstieg des SC Paderborn 07 hat nun jeder Bundesliga-Spieltag für mich zwei Highlights parat. Solange sich die Spiele meines BVB und die des SCP zeitlich nicht überschneiden, werde ich mir selbstverständlich die Partien BEIDER Klubs anschauen. Genau 32 mal werde ich dabei dem SCP die Daumen drücken, damit den Blau-Schwarzen in Form des Klassenerhalts eine noch größere Sensation als der Aufstieg gelingt.

Nur zweimal - und da mögen mir alle Paderborner verzeihen - schlägt mein Herz einzig und allein für Schwarzgelb. In den direkten Duellen beider Klubs hört die "Freundschaft" für neunzig Minuten auf. Denn tief im Herzen ist nur Platz für EINEN der beiden Klubs - und das ist und bleibt Borussia Dortmund.

In diesem Sinne begrüße ich quasi als "Fan-Botschafter" des BVB den SC Paderborn als 53. Mitglied in der Fußball-Bundesliga und wünsche dem Verein viel Erfolg und natürlich den Klassenerhalt. Wenn dann gleichzeitig "meine" Borussen die "Großkopferten" vom Weißwurst-Äquator im Sommer 2015 als Deutschen Meister ablösen, wäre es eine perfekte Saison.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen  -  NUR   DER  BVB  !!